Disziplinarverfahren gegen Ex-OB Reiter: Bayern-Job wird zum Verhängnis
Ein Disziplinarverfahren der Regierung von Oberbayern bringt Münchens ehemaligen Oberbürgermeister Dieter Reiter (68) in Bedrängnis. Der SPD-Politiker soll gegen beamtenrechtliche Vorschriften verstoßen haben, indem er ohne Genehmigung des Stadtrats eine vergütete Tätigkeit beim FC Bayern ausübte. Dies berichten der Bayerische Rundfunk, die „tz“ und der „Münchner Merkur“ übereinstimmend unter Berufung auf einen Behördensprecher.
Reiter war im Verwaltungsbeirat des Fußball-Rekordmeisters tätig und ab Februar auch im Aufsichtsrat. Nach Bekanntwerden dieser Nebentätigkeit vor der Kommunalwahl im März kam es zu erheblichem öffentlichen Aufsehen. Der Ex-OB trat von seinen Ämtern beim FC Bayern zurück und spendete die erhaltenen 90.000 Euro an soziale Projekte. Dennoch unterlag er bei der Oberbürgermeisterwahl deutlich seinem Herausforderer Dominik Krause (Grüne). Noch am Abend seiner Stichwahlniederlage am 22. März erklärte Reiter seinen Rückzug aus der Politik.
Seit Einleitung des Verfahrens schweigt Reiter. Die Regierung teilte mit, sein Rechtsanwalt sei informiert worden und habe Gelegenheit zur Stellungnahme erhalten. Nach Klärung des Sachverhalts werde man die nächsten Schritte prüfen. Bei Bestätigung eines Dienstvergehens sei über eine Disziplinarmaßnahme nach pflichtgemäßem Ermessen und Verhältnismäßigkeit zu entscheiden. Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung. Reiter selbst wollte sich laut Ippen Media nicht äußern.



