Dänischer Müll löste Chemiepark-Explosion 2021 in Leverkusen aus
Dänischer Müll löste Explosion in Leverkusen aus

Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat die Ursache für die verheerende Explosion im Chemiepark Currenta in Leverkusen im Juli 2021 geklärt. Nach fünfjährigen Ermittlungen steht fest: Aus Dänemark stammender Sondermüll mit einer „selbstzersetzenden Eigenschaft“ löste die Detonation aus, bei der sieben Mitarbeiter ums Leben kamen und 31 Menschen verletzt wurden.

Ermittlungen gegen Currenta eingestellt

Die Zentralstelle für die Verfolgung von Umweltkriminalität für NRW (ZeUK) stellte das Verfahren gegen Mitarbeiter des Chemiepark-Betreibers Currenta ein. „Mangels hinreichenden Tatverdachts“ sei nicht nachweisbar, dass die Verantwortlichen vor Ort die Gefahr hätten erkennen können. Die vorgelegten Daten und Unterlagen hätten keinen Hinweis auf die selbstzersetzende Eigenschaft des Abfalls gegeben, teilte die Behörde mit.

Spuren führen nach Dänemark und Hamburg

Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf den dänischen Abfallerzeuger und einen Hamburger Abfallmakler. Es müsse geklärt werden, ob diese „Informationen zu den gefährlichen Eigenschaften des Abfallstoffes vorwerfbar nicht an die Betreiberfirma weitergegeben haben“. Einen konkreten Firmennamen nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

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Am 27. Juli 2021 war ein Lagertank in der Sondermüllverbrennungsanlage explodiert. Ein starkes Feuer breitete sich aus, weitere Tanks wurden zerstört. Es handelte sich um eines der schwersten Explosionsunglücke in Deutschland der vergangenen Jahrzehnte.

Abfall aus Agrar-Chemie-Produktion

Der Abfall aus Dänemark stammte aus der Agrar-Chemie-Produktion. Er sei in dem Leverkusener Tank über der sogenannten Selbsterwärmungstemperatur gelagert worden, erläuterte die Staatsanwaltschaft. Dadurch seien Selbsterwärmungseffekte eingetreten, die „zu einem exponentiellen Temperatur- und Druckanstieg und letztlich zu einer Explosion mit einem sich anschließenden Brandereignis“ geführt hätten.

Für die Currenta-Verantwortlichen sei das Schadensereignis „nicht vorhersehbar“ gewesen. Die Explosion hatte weite Teile des Chemieparks erschüttert und eine Rauchwolke über Leverkusen aufsteigen lassen. Die genaue Schadenshöhe ist noch nicht beziffert.

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