Ex-Mitarbeiterin soll Termine gegen Geld vergeben haben
Eine frühere Angestellte des Landesamts für Einwanderung in Berlin steht unter Korruptionsverdacht. Die Staatsanwaltschaft hat die inzwischen 27-jährige Frau wegen Bestechlichkeit in 30 Fällen angeklagt. Laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft sollen fünf damalige Kolleginnen und Kollegen im Alter von 27 bis 38 Jahren Beihilfe in verschiedenen Fällen geleistet haben. Insgesamt sollen die Beschuldigten rund 2.260 Euro kassiert und unter sich aufgeteilt haben.
Terminvergabe und Datenabfragen gegen Geld
Nach den Ermittlungen soll die mutmaßliche Haupttäterin in Absprache mit den mutmaßlichen Komplizen Termine für Kunden vergeben oder Daten aus dem Melderegister abgefragt haben. Dafür soll sie Geldbeträge zwischen 5 und 170 Euro kassiert haben. Die Frau war von April 2022 bis Juli 2024 in der Behörde beschäftigt. Ab Januar 2024 soll sie gemeinsam mit zwei Kollegen auch Social-Media-Kanäle genutzt haben, um Termine für Kunden zu buchen.
Ermittlungen nach Anzeige der Behörde
Die Beschuldigten haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Das Amtsgericht Tiergarten muss nun entscheiden, ob die Anklage zugelassen wird und wann es zum Prozess kommt. Bis zur rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Auslöser der Ermittlungen war eine Anzeige des Landesamts im März 2024. Vor etwa einem Jahr gab es Durchsuchungen im Büro und in der Wohnung der Hauptverdächtigen. Die Behörde hatte nach eigenen Angaben nach einer Auffälligkeit bei einer Terminvereinbarung Strafanzeige gestellt.



