Ex-Richterin in Wisconsin entgeht Haftstrafe wegen ICE-Behinderung
Ex-Richterin entgeht Haftstrafe nach ICE-Behinderung

Eine ehemalige Bezirksrichterin aus dem US-Bundesstaat Wisconsin ist einer Haftstrafe entgangen, obwohl sie einen Einsatz der Einwanderungsbehörde ICE behindert hatte. Die 67-jährige Hannah Dugan wurde von einem US-Gericht zu einer Geldstrafe von 5000 Dollar verurteilt. Ihr drohten ursprünglich bis zu fünf Jahre Gefängnis, nachdem sie im Dezember 2025 der Behinderung der Justiz für schuldig befunden worden war.

Hintergrund: Vorfall im April 2025

Der Fall geht auf einen Vorfall im April 2025 zurück. Damals leitete Dugan eine Verhandlung in Milwaukee, bei der ein mexikanischer Staatsbürger wegen häuslicher Gewalt angeklagt war. Als FBI-Agenten, Drogenfahnder und Beamte der Einwanderungsbehörde das Gerichtsgebäude betraten und nach dem Mann suchten, stellte sich Dugan ihnen entgegen. Sie verlangte einen richterlichen Haftbefehl und verwies die Bundesagenten an den Obersten Bezirksrichter. Anschließend kehrte sie in den Gerichtssaal zurück und führte den Angeklagten sowie seinen Anwalt durch eine Seitentür in einen nicht öffentlichen Bereich. Der Angeklagte versuchte daraufhin, das Gebäude unbemerkt zu verlassen, wurde jedoch von den Beamten auf der Straße nach einer kurzen Verfolgung zu Fuß gestellt.

Mildes Urteil begründet

Der zuständige Bezirksrichter begründete die milde Strafe damit, dass Dugan sonst eine „gute Person“ sei und in dem Moment eine schlechte Entscheidung getroffen habe. Zudem hätten ihre Handlungen die ICE-Beamten nicht daran gehindert, den Angeklagten vor dem Gerichtsgebäude zu verhaften. Dugan hatte im Januar 2026 unter dem Druck republikanischer Abgeordneter, die ihr mit einem Amtsenthebungsverfahren drohten und sie als „aktivistische Richterin“ bezeichneten, ihr Amt als Bezirksrichterin im Milwaukee County niedergelegt. Sie hatte dieses Amt neun Jahre lang inne.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Dugans Verteidigung und Berufung

In ihrem Rücktrittsschreiben erklärte Dugan, die strafrechtliche Verfolgung bedrohe „die Unabhängigkeit unserer Justiz“. Vor Gericht sagte sie, sie habe mit ihrem Verhalten Anstand und Sicherheit im Gericht wahren wollen. Nach eigenen Angaben habe sie wegen Drohungen gegen sich und ihre Familie ihr öffentliches Leben weitgehend aufgegeben. Dugans Verteidiger kündigten an, gegen die Verurteilung in Berufung zu gehen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration