Handgranaten-Anschlag in Berlin-Wedding: Späti attackiert, keine Verletzten
Handgranaten-Anschlag in Berlin-Wedding: Späti attackiert

In der Nacht zum Montag hat ein lauter Knall die Anwohner der Malplaquetstraße in Berlin-Wedding aus dem Schlaf gerissen. Gegen 2 Uhr detonierte ein Sprengsatz – offenbar eine Handgranate – vor einem Spätkauf. Der oder die Täter hatten den Sprengsatz gegen die Scheibe des Geschäfts geworfen. Mehrere Scheiben, insbesondere an geparkten Fahrzeugen, gingen bei der Attacke zu Bruch. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Das sei allerdings reiner Zufall, wie der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, klarstellt: „Eine absolute Kampfansage. Wer eine Handgranate mitten im Wohngebiet zündet, nimmt den Tod von Menschen billigend in Kauf.“

Ermittlungen von Staatsschutz und BAO Ferrum

Am Montagmorgen übernahm zunächst der Staatsschutz beim Landeskriminalamt (LKA) die Ermittlungen in dem Fall. Kriminaltechniker sicherten Spuren. Außer dem Spätkauf wurden vier Autos stark beschädigt. In den Scheiben klaffen Löcher, als ob mit einer Spitzhacke darauf eingeschlagen worden wäre. Ein Mercedes wurde an der Heckscheibe vollständig zerstört. Auch ein Citroën weist überall kleine Löcher in Scheiben und Karosserie auf.

Motiv noch unklar – mehrere Möglichkeiten

Das Motiv für den Anschlag ist unklar. Galt der Angriff dem Betreiber? Handelt es sich um einen weiteren Erpressungsversuch krimineller Banden gegen Geschäftsleute? Laut Anwohnern hatten die Eigentümer des Ladens zuletzt häufig gewechselt. Nach Angaben eines Ermittlers gibt es allerdings bislang keine erkennbaren Verbindungen zwischen dem Geschäftsmann oder seinen Zulieferfirmen zum kriminellen Milieu. Der Anschlag könnte ebenso politisch motiviert sein oder Mietern des Hauses gegolten haben. Die Spezialeinheit „BAO Ferrum“ hat sich in die Ermittlungen eingeschaltet.

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