Interpol nimmt 1024 Verdächtige bei Razzia gegen Menschenhandel fest
Interpol: 1024 Festnahmen bei Anti-Menschenhandel-Aktion

Bei einer internationalen Aktion der Polizeibehörde Interpol sind in 59 Ländern 1024 Tatverdächtige festgenommen und 2070 Opfer identifiziert worden. Die Operation mit dem Namen „Global Chain“ wurde von den Behörden in Österreich und Rumänien geleitet und richtete sich gegen Netzwerke von Menschenhändlern, die in sexuelle Ausbeutung, Zwangsarbeit, Kriminalität und erzwungene Bettelei verwickelt sind, wie Interpol im französischen Lyon mitteilte.

Fünftägige Aktion mit Kontrollen an Grenzen und Flughäfen

Während der fünftägigen Aktion vom 8. bis 12. Juni führten Polizei, Grenzbehörden und spezialisierte Einheiten zur Bekämpfung des Menschenhandels Kontrollen an Grenzübergängen, Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten durch. Die Opfer stammten aus 45 Ländern, wobei die Mehrheit aus Argentinien, Kolumbien, Venezuela sowie Moldau und Nepal kam. Viele seien über Grenzen hinweg verschleppt worden, nachdem sie getäuscht, genötigt oder aufgrund ihrer prekären Lage ins Visier genommen worden waren, so Interpol.

Trends: Zwangsarbeit in Europa und Ausbeutung in Südostasien

Zu den festgestellten Trends zählten der Menschenhandel mit lateinamerikanischen Opfern zum Zwecke der Zwangsarbeit in Europa, deren Ausbeutung im Rahmen krimineller Aktivitäten in Südostasien sowie Fälle von Menschenhandel zur Zwangsrekrutierung in bewaffneten Konflikten. Etwa zehn Prozent der Opfer waren Minderjährige aus Nord- und Südamerika, die sexueller Ausbeutung ausgesetzt waren.

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Belgien: Ring zerschlagen, der Mädchen über soziale Medien anwarb

So nahmen Behörden in Belgien 17 Verdächtige fest, nachdem sie einen Menschenhändlerring zerschlagen hatten, der minderjährige Mädchen über soziale Medien anwarb. Die Verdächtigen sollen die Opfer gefangen gehalten und sie zur Prostitution in Belgien und Frankreich gezwungen haben. Insgesamt wurden im Rahmen der Operation 465 Ermittlungen eingeleitet.

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