Das Jüdische Krankenhaus Berlin (JKB) in Gesundbrunnen ist insolvent. In nichtöffentlichen Runden verhandeln der Berliner Senat, die Gläubiger und eine private Krankenhauskette über die Zukunft der einzigen jüdischen Klinik Deutschlands. Allein dem Hauptgläubiger, einer bekannten Online-Bank, schuldet das Haus rund 35 Millionen Euro. Das JKB bestätigt diese Summe nicht offiziell.
Hintergrund der Insolvenz
Die traditionsreiche Klinik kämpft seit Monaten mit finanziellen Schwierigkeiten. Die Insolvenz wurde Ende vergangenen Jahres öffentlich, doch die genauen Gründe sind vielschichtig. Steigende Betriebskosten, sinkende Patientenzahlen und ausbleibende Investitionen werden als Hauptursachen genannt. Der Berliner Senat zeigt sich grundsätzlich bereit, das Krankenhaus zu unterstützen, fordert jedoch ein tragfähiges Sanierungskonzept.
Beteiligte Akteure und ihre Positionen
Neben dem Senat und der Online-Bank ist auch ein türkischer Konzern im Gespräch. Dieser zeigt Interesse an einer Übernahme oder Beteiligung. Die Belegschaft des JKB, rund 1.200 Mitarbeiter, bangt um ihre Arbeitsplätze. Betriebsrat und Gewerkschaften fordern Transparenz und eine schnelle Lösung. Ein Sprecher des Senats betonte: „Wir sind in engem Austausch mit allen Beteiligten, um eine Lösung zu finden, die den Fortbestand der Klinik sichert.“
Bedeutung des Jüdischen Krankenhauses
Das JKB ist nicht nur ein medizinisches Zentrum, sondern auch ein kulturelles und religiöses Symbol für die jüdische Gemeinschaft in Berlin. Es bietet koschere Verpflegung, einen eigenen Rabbiner und legt Wert auf die Einhaltung jüdischer Feiertage. Ein mögliches Aus der Klinik wäre ein schwerer Schlag für die jüdische Gemeinde in der Hauptstadt.
Nächste Schritte
Die Gläubigerversammlung ist für die kommenden Wochen geplant. Dort soll über den Fortgang des Insolvenzverfahrens entschieden werden. Ob das JKB saniert, verkauft oder liquidiert wird, bleibt offen. Der Senat signalisiert Gesprächsbereitschaft, stellt aber klare Bedingungen: „Eine Rettung darf nicht zu Lasten der Steuerzahler gehen“, so ein Senator.



