Neuköllner Jugendclub bleibt nach Vergewaltigungsvorwürfen geschlossen
Jugendclub in Neukölln bleibt geschlossen

Nach Vergewaltigungsvorwürfen bleibt ein Jugendclub in Berlin-Neukölln auf unabsehbare Zeit geschlossen. Zwar gebe es im Jugendamt Überlegungen, unter welchen Umständen eine Wiedereröffnung möglich sei, erklärte ein Sprecher des Bezirksamtes Neukölln auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Konkrete Pläne gebe es aber nicht.

Hintergrund der Schließung

Der Jugendclub war Mitte März nach Bekanntwerden der Vorwürfe geschlossen worden. Eine Wiedereröffnung sei frühestens in den Sommerferien realistisch, hieß es damals von der zuständigen Jugendstadträtin Sarah Nagel. Voraussetzung seien grundlegende Veränderungen und ein neues pädagogisches Konzept, erklärte die Linke-Politikerin. Die Jugendstadträtin steht in dem Fall selbst in der Kritik.

In dem Neuköllner Jugendclub soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst durch die Anzeige des Vaters im Februar 2026. Weder das Jugendzentrum noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks erstatteten Anzeige. Zu den Gründen gibt es unterschiedliche Darstellungen. Inzwischen ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall.

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Unabhängige Kommission prüft den Fall

Eine unabhängige Kommission untersucht seit Ende April den Fall. Nach den Plänen soll die Kommission bis Anfang September ihren Abschlussbericht der Öffentlichkeit vorstellen. Ziel sei die Aufklärung des Sachverhalts und eine Analyse von Fehlern, hieß es seinerzeit. Auch Empfehlungen für die Zukunft erhofft sich das Bezirksamt.

Unterdessen laufen die Ermittlungen von Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall weiter. Wann mit Ergebnissen zu rechnen ist, ist nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft offen.

Ermittlungen gegen mehrere Beteiligte

Neben den Vorwürfen gegen mehrere Jugendliche geht es auch um Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Strafvereitelung und der Strafvereitelung im Amt. Zudem gingen laut Polizei – überwiegend online über die Internetwache – mehrere Hinweise auf „fehlerhaftes bzw. gegebenenfalls strafrechtlich relevantes Handeln bzw. Unterlassen“ ein.

Bislang ist laut Staatsanwaltschaft noch offen, ob gegen Jugendstadträtin Nagel ein Verfahren eingeleitet wird. Die Prüfung dauere an, so der Behördensprecher.

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