Das Landgericht Potsdam hat am Freitag zwei Männer wegen Korruption und Betrugs in Millionenhöhe zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Angeklagten hatten das Unternehmen KW Development (KWD) um rund 13 Millionen Euro geschädigt. Das Urteil erging bereits am vierten Verhandlungstag und kam überraschend.
Schmiergeld und Scheinrechnungen als Tatmittel
Laut Gericht hatten die beiden Männer über Jahre hinweg ein System aus Schmiergeldzahlungen und Scheinrechnungen aufgebaut. Sie täuschten dem Unternehmen KW Development Leistungen vor, die nie erbracht wurden, und kassierten dafür Millionenbeträge. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „besonders schweren Fall des Betrugs“.
Das Gericht verhängte Haftstrafen von mehreren Jahren gegen beide Angeklagten. Die genauen Strafmaße wurden nicht genannt. Die Verteidigung kündigte an, Revision einzulegen.
Hintergrund des Falls
KW Development ist ein Immobilienunternehmen mit Sitz in Potsdam. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt, weil es sich um eine der größten Korruptionsaffären in der Region handelt. Die Ermittlungen waren von der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität geführt worden.
Nach Angaben des Gerichts hatten die Täter über mehrere Jahre hinweg systematisch Gelder veruntreut. Sie nutzten ihre Positionen in dem Unternehmen aus, um Scheinrechnungen zu erstellen und Schmiergelder zu kassieren. Der Schaden belief sich auf rund 13 Millionen Euro.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte an, in Berufung zu gehen.



