Ein schwarzer Mann ist am Mittwoch in Madison, Wisconsin, bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Der Vorfall ereignete sich, als Beamte versuchten, den Mann festzunehmen. Nach Angaben von Polizeichef John Patterson sei es zu einem Handgemenge gekommen, bei dem der Mann ein Messer gezogen und einen Polizisten verletzt habe. Daraufhin habe ein Beamter drei Schüsse aus nächster Nähe auf den Kopf des Mannes abgefeuert. Videoaufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich rasch in sozialen Medien und lösten noch am selben Tag Proteste in Madison aus.
Hintergrund des Einsatzes
Die Polizei war zu einem Notruf ausgerückt, der eine Person meldete, die sich an geparkten Fahrzeugen zu schaffen machte. Als die Beamten eintrafen, floh der Verdächtige auf einem Fahrrad. Etwa 30 Minuten später holten die Polizisten ihn ein. Laut Patterson sei der Mann entweder vom Fahrrad gefallen oder von den Beamten heruntergezogen worden. In dem folgenden Gerangel habe der Mann ein Messer mit feststehender Klinge gezogen und einen Polizisten verletzt. Ein weiterer Beamter habe versucht, den Mann mit einem Taser außer Gefecht zu setzen, doch das Gerät habe aus unbekannten Gründen nicht gewirkt. Daraufhin feuerte der verletzte Beamte drei Schüsse ab.
Reaktionen und Ermittlungen
Polizeichef Patterson kündigte auf einer Pressekonferenz eine unabhängige Untersuchung an und bat die Öffentlichkeit um Geduld. „Ich kann nicht beurteilen, ob es sich um unverhältnismäßige Gewalt handelt“, sagte er. Die afroamerikanische Bürgerinitiative Urban Triage verurteilte den Vorfall scharf: „Die Polizei von Madison hat einen weiteren schwarzen Mann erschossen. Wir müssen die Polizei von Madison genau im Auge behalten. Wir sorgen für unsere Sicherheit.“ In Madison versammelten sich am Abend Hunderte Menschen zu Protesten und zogen zum Kapitol des Bundesstaates.
Der Fall reiht sich ein in eine lange Serie tödlicher Polizeieinsätze gegen Schwarze in den USA, die immer wieder zu landesweiten Protesten geführt haben. Die Ermittlungen zu dem Vorfall in Madison dauern an.



