Die Berliner Staatsanwaltschaft hat einen 41-jährigen Polizisten angeklagt, der im Tausch gegen Nacktbilder gefälschte amtliche Dokumente erstellt haben soll. Der Beamte soll für einen 25-jährigen Bekannten mehrfach Ordnungswidrigkeitsanzeigen gefälscht haben, um dessen Gläubiger zu täuschen.
Erster Vorfall im Oktober 2024
Am 6. Oktober 2024 soll der Polizist dem 25-Jährigen eine ausgefüllte Ordnungswidrigkeitsanzeige geschickt haben. Der junge Mann wollte seinen Gläubigern vorgaukeln, die Polizei habe 700 Euro von ihm beschlagnahmt. Tatsächlich hatte er das Geld in einem Berliner Nachtclub ausgegeben. Als Gegenleistung für die gefälschte Anzeige verlangte der Beamte laut Anklage Bilder mit sexuellem Inhalt.
Zweiter Fall im Februar 2025
Laut Staatsanwaltschaft kam es am 8. Februar 2025 zu einem weiteren Vorfall. Der Polizist soll dem 25-Jährigen eine Abfrage im polizeilichen System versprochen und erneut zwei gefälschte Ordnungswidrigkeitsanzeigen erstellt haben – wiederum im Tausch gegen sexualisierte Bilder. Der Beamte schweigt zu den Vorwürfen.
Zufallsfund bei Drogenermittlungen
Die Ermittlungen gegen den Polizisten wurden durch Zufall eingeleitet. Bei einem Verfahren wegen Betäubungsmittelhandels sicherten Ermittler ein Mobiltelefon und werteten es aus. Dabei stießen sie auf die brisanten Chats zwischen dem Beamten und dem 25-Jährigen. Nach Bekanntwerden der Anschuldigungen sprach die Polizei dem 41-Jährigen ein Verbot der Dienstausübung aus. Nun muss das Amtsgericht Tiergarten entscheiden, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird.



