Ein Polizist in Glasgow soll über einen Zeitraum von mindestens 14 Jahren Frauen vergewaltigt haben, die zuvor bei der Polizei Hilfe gesucht hatten. Der Fall, der nach einem Suizid des Beschuldigten nicht mehr vor Gericht verhandelt werden kann, hat in Schottland für Entsetzen gesorgt. Wie die BBC berichtet, handelt es sich um eine der bislang größten Antikorruptionsermittlungen des Landes.
Erster Vorfall im Jahr 2012
Das erste bekannte Opfer meldete 2012 eine Straftat bei der Polizei. Mehrere Beamte nahmen die Aussage in der Wohnung der Frau auf und verließen den Ort. Stunden später kehrte der mutmaßliche Täter zurück und vergewaltigte die Frau. Ende vergangenen Jahres erstattete die Betroffene Anzeige gegen den Beamten. Dies löste die umfassenden Ermittlungen aus.
Acht weitere Opfer identifiziert
Im Zuge der Ermittlungen wurden bislang acht weitere mutmaßliche Opfer identifiziert, darunter fünf Sexarbeiterinnen. Die Angriffe sollen außerhalb des Dienstes stattgefunden haben. Die Ermittlungen ergaben zudem, dass der Polizist während seiner Laufbahn Hunderte Sexarbeiterinnen aufgesucht hatte.
Ermittlungen und Selbstmord
Die stellvertretende Polizeichefin Lynn Ratcliff, die die Ermittlungen leitet, nannte die Ergebnisse „wirklich schockierend“. Der Polizist habe seine Macht missbraucht und gezielt Personen angesprochen, denen er im Dienst begegnet sei. Nach der Anzeige begannen interne Ermittlungen. Der Beamte versuchte selbst, nachzuverfolgen, ob Strafanzeigen gegen ihn vorlagen. Im April durchsuchte die Polizei seine Wohnung und fand auf sichergestellten Handys und einem Laptop Bilder und Videos von Gewalttaten. Er wurde festgenommen und suspendiert, kam jedoch bis zum Abschluss der Ermittlungen wieder auf freien Fuß. Laut BBC wussten Familie und Kollegen nichts von seinem Doppelleben. Der 38-jährige Beschuldigte war 17 Jahre bei Police Scotland tätig. Anfang Mai suchten Polizisten ihn erneut auf – kurz darauf beging er Suizid.



