Polizist in Mannheim wegen Vergewaltigung von Zwangsprostituierten angeklagt
Polizist wegen Vergewaltigung von Zwangsprostituierten angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat Anklage gegen einen 38-jährigen Polizisten des Polizeipräsidiums Mannheim erhoben. Der Beamte steht im Verdacht, zwei mutmaßliche Opfer von Zwangsprostitution vergewaltigt zu haben. Die Anklage wirft dem Polizisten vor, sich die Notsituation der beiden Frauen zunutze gemacht zu haben.

Vorwürfe: Personenkontrolle als Vorwand

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft führte der Polizist im Juni 2025 Personenkontrollen in einem Mannheimer Hotel durch. Zeugen hatten zuvor gemeldet, dass in dem Hotel illegale Prostitution betrieben werde. Bei der Kontrolle traf der Beamte auf zwei Frauen im Alter von 22 und 29 Jahren. Den Frauen soll der Polizist angekündigt haben, sie müssten eine Strafe zahlen. Als die Frauen angaben, dazu nicht in der Lage zu sein, soll der Polizist erwidert haben, man könne dies auch anders lösen.

Ausnutzung der Notsituation

Am selben Abend suchte der Polizist die Frauen außerhalb seiner Dienstzeit erneut im Hotel auf. Dabei drohte er ihnen angeblich mit einer Geldstrafe oder Verhaftung, falls sie nicht mit ihm Geschlechtsverkehr hätten. Aus Angst sollen die Frauen zugestimmt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beamte die schutzlose Lage der Frauen ausnutzte, die unter einem Vorwand nach Deutschland gelockt und zur Prostitution gezwungen worden sein sollen. Der Polizist soll jedoch bei der Personenkontrolle nichts von der Zwangsprostitution gewusst haben.

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Ermittlungen und Disziplinarverfahren

Die Frauen offenbarten sich später einem anderen Polizisten, was die Ermittlungen auslöste. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Verdachts der Vergewaltigung in zwei tateinheitlichen Fällen erhoben. Das Polizeipräsidium Mannheim leitete umgehend ein Disziplinarverfahren gegen den Beamten ein und suspendierte ihn vom Dienst. Das Amtsgericht Mannheim muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden.

Rechtliche Einordnung

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Problematik von Zwangsprostitution und die Ausnutzung von Machtpositionen durch Amtsträger. Die Anklage stützt sich auf die Aussagen der mutmaßlichen Opfer und die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen. Sollte das Gericht die Anklage zulassen, droht dem Polizisten im Falle einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe.

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