Im Mordfall des 8-jährigen Fabian hat eine erfahrene Polizistin am 18. Prozesstag vor dem Landgericht Rostock unter Tränen ausgesagt. Die 43-jährige Beamtin schilderte, wie sie am 14. Oktober 2025 am Tatort, einem Tümpel bei Klein Upahl, die Leiche des Jungen fand. „Er wurde entsorgt wie Müll“, sagte sie mit brüchiger Stimme. „Ihm wurde die letzte Würde, die Ehre genommen.“ Die emotionale Aussage erschütterte den Gerichtssaal; Fabians Mutter schluckte hörbar, während die Angeklagte Gina H. (30) regungslos verharrte.
Der Anruf der Angeklagten und die erste Begegnung
Die Polizistin berichtete, dass am 14. Oktober 2025 ein Anruf auf dem Kommissariat einging. Eine Frau, die sich als Gina H. vorstellte, gab an, eine Kinderleiche gefunden zu haben, bei der es sich um den vermissten Fabian handeln könne. Die Beamtin fuhr mit einem Kollegen zum Fundort. Dort traf sie auf Gina H., die auf die Beamten wartete. „Sie war sehr kooperativ und redselig. Ohne dass ich großartig nachgefragt habe, hat sie erzählt, dass sie mit einer Freundin spazieren war. Dass ihr Hund über ein Feld gelaufen ist. Ich weiß nicht mehr, ob sie Senke, Schweinekuhle oder Suhle sagte“, erinnerte sich die Polizistin. Gina H. habe hinzugefügt, sie sei selbst zum Tümpel gegangen, weshalb ihre Spuren dort seien. Fabian habe sie am Gesicht erkannt.
Der Anblick der Leiche und die emotionale Reaktion der Beamtin
Als die Polizistin den Anblick der Leiche schilderte, brach ihre Stimme. Sie hustete, entschuldigte sich und begann zu weinen. Im Saal wurde es bedrückend still. „Das war auch eine herausfordernde Situation“, sagte sie. Richter Holger Schütt bot ihr eine Pause an, doch sie lehnte ab. Auf Nachfrage des Richters, ob sie etwas hinzufügen wolle, antwortete sie: „Es ist nicht nur der Umstand, dass der Junge gewaltsam zu Tode gekommen ist. Entschuldigung, dass ich das so sage. Mein Eindruck war: Er wurde entsorgt wie Müll. Er wurde dort hingelegt, ihm wurde die letzte Würde, die Ehre genommen.“
Keine tiefe Erschütterung bei der Angeklagten
Die Polizistin betonte, sie habe bei Gina H. keine „tiefe emotionale Erschütterung“ bemerkt. Es habe gewirkt, als hätte die Angeklagte ihre Worte vorher zurechtgelegt. Selbst als Gina H. um einen Seelsorger bat, dachte die Beamtin: „Den bräuchten wir jetzt dringender.“ Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft soll Gina H. Fabian am 10. Oktober 2025 aus dem Haus gelockt und mit sechs Messerstichen getötet haben. Anschließend habe sie die Leiche verbrannt, um einen Streitpunkt mit Fabians Vater Matthias R. (35) aus dem Weg zu räumen und die Beziehung zu ihm – auch aus finanziellen Gründen – wieder aufleben zu lassen.



