Busfahrer unterbricht Fahrt für Gebet: Was ist erlaubt?
Busfahrer unterbricht Fahrt für Gebet: Erlaubt?

Zwischenfall im Feierabendverkehr

In Landshut sorgte ein Vorfall für Aufsehen, bei dem ein Busfahrer seine Fahrt unterbrach, um zu beten. Der Fahrer, der muslimischen Glaubens ist, stoppte den Linienbus während des Feierabendverkehrs und verrichtete sein Gebet in einer leeren Sitzreihe. Die Fahrgäste reagierten laut Berichten „verunsichert“. Der Vorfall ereignete sich am 7. Juli 2026 und wurde durch einen Bericht von Jean-Pierre Ziegler bekannt.

Reaktionen und rechtliche Einordnung

Der Arbeitgeber des Fahrers, die Stadtwerke Landshut, nahm Stellung zu dem Vorfall. Ein Sprecher erklärte, dass das Gebet während der Arbeitszeit grundsätzlich nicht gestattet sei. Allerdings handele es sich um eine Einzelfallentscheidung, die nun geprüft werde. „Wir respektieren die Religionsfreiheit, aber die Sicherheit und Pünktlichkeit des Fahrplans haben oberste Priorität“, so der Sprecher. Fachleute für Arbeitsrecht betonen, dass Arbeitgeber Gebetspausen erlauben können, aber nicht müssen. Entscheidend sei, ob der Betriebsablauf beeinträchtigt wird.

Die Perspektive der Fahrgäste

Ein Fahrgast berichtete, dass der Bus etwa „mehrere Minuten“ stillstand, während der Fahrer betete. Die Verspätung führte zu Unmut, da viele Pendler auf den Anschlussverkehr angewiesen waren. Ein anderer Fahrgast äußerte Verständnis für die religiöse Praxis, wünschte sich aber eine vorherige Information. „Wenn er kurz Bescheid gesagt hätte, wäre es in Ordnung gewesen“, sagte er.

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Expertenmeinung zu Religion am Arbeitsplatz

Religionswissenschaftler der Universität München erklärten, dass das Gebet im Islam zu bestimmten Zeiten vorgeschrieben sei. Im öffentlichen Nahverkehr sei eine flexible Handhabung jedoch schwierig. „Arbeitgeber sollten klare Regeln aufstellen, die sowohl die Religionsfreiheit als auch die betrieblichen Erfordernisse berücksichtigen“, empfahl ein Experte. Die Stadtwerke Landshut prüfen nun, ob interne Richtlinien angepasst werden müssen.

Auswirkungen auf den Fahrplan

Der Vorfall führte zu einer Verspätung von etwa fünf Minuten, was in der Hauptverkehrszeit zu weiteren Verzögerungen im Liniennetz führte. Die Stadtwerke betonten, dass solche Unterbrechungen die Ausnahme bleiben müssten. „Wir werden mit dem Fahrer ein Gespräch führen und klare Absprachen treffen“, so der Sprecher. Der Fahrer selbst äußerte sich nicht öffentlich zu dem Vorfall.

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