Einen Tag nach der mutmaßlichen Amoktat am Gymnasium Schongau in Oberbayern nimmt die Schule heute ihren Betrieb wieder auf. Ein Sprecher des zuständigen Landratsamtes betonte jedoch, dass man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen werde. Kriseninterventionsteams sind vor Ort, um Schülern und Lehrkräften bei der Verarbeitung der Ereignisse vom Mittwoch zu helfen.
Der Tathergang: Ein ehemaliger Schüler kehrt zurück
Nach Angaben der Polizei betrat ein 16-jähriger ehemaliger Schüler das Schulgelände, gab einen Schuss aus einer Pistole ab und griff, nachdem die Waffe versagte, zwei 13-jährige Mädchen mit einem Messer an. Die beiden Schülerinnen erlitten schwere Verletzungen; eine musste mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden. Inzwischen sind beide außer Lebensgefahr.
Lehrkräfte halfen der Polizei, den mutmaßlichen Täter zu überwältigen. Der Jugendliche war laut Polizei wegen psychischer Probleme in Behandlung und soll bereits zuvor Drohungen ausgesprochen haben. Er befindet sich in Untersuchungshaft, wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) mitteilte.
Auswirkungen auf die Schulgemeinschaft
Die Tat wirkt in der 12.000-Einwohner-Stadt und insbesondere in der Schule mit ihren 800 Schülern und 80 Lehrkräften nach. Dobrindt, in dessen Wahlkreis die Schule liegt, sagte nach einem Besuch: „Wir erleben schreckliche Stunden hier in Schongau. Wir stehen schockiert vor dieser irrsinnigen Tat.“ Der Jugendliche soll sich in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden haben.
Noch ungeklärt ist, wie der 16-Jährige an die Schusswaffe gelangte und was ihn zu der Tat bewegte. Auch die psychische Verfassung der Beteiligten wird weiter betreut. Die Schule setzt auf Gespräche mit den Krisenteams, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.



