Wenige Monate nach seiner zweiten Verurteilung wegen Vergewaltigung soll der inzwischen 39-jährige Marvin S. erneut vor Gericht kommen. Dem Landgericht Berlin liegt eine Anklage der Staatsanwaltschaft vor wegen drei weiterer mutmaßlicher Taten, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage sagte. Über deren Zulassung sei noch nicht entschieden. Nach Angaben des „Spiegels“ wollte sich die Verteidigung nicht zu den neuen Vorwürfen äußern.
Bereits zweimal zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt
Das Landgericht hatte den Straftäter im vergangenen November zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und eine anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet. Der Mann sei gefährlich für die Allgemeinheit, so das Gericht. Nach dessen Überzeugung handelt es sich bei dem Betriebswirt und früheren Geschäftsführer um einen Seriensexualstraftäter.
Nur vier Monate vor dem Urteil war Marvin S. wegen der Vergewaltigung einer bewusstlosen Abiturientin ebenfalls zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat dieses Urteil Mitte Juni zugunsten der 20-Jährigen in Teilen aufgehoben. Der Fall wird nun vor einer anderen Kammer des Landgerichts Berlin erneut verhandelt werden. Er hatte überhaupt erst zu den Ermittlungen gegen Marvin S. geführt.
Handy des Angeklagten brachte weitere Taten ans Licht
In dem Verfahren sorgte das Gericht damals dafür, dass ein Handy des Angeklagten durch die Polizei vollständig ausgewertet wurde. In der Folge wurden die vier weiteren Taten im Zeitraum von Februar 2020 bis Juni 2021 zulasten zweier Frauen bekannt, um die es im zweiten Verfahren ging.
Laut Anklage soll Marvin S. bereits im Jahr 2014 eine Frau vergewaltigt haben, während sie unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Acht Jahre später soll er versucht haben, eine weitere Frau zu vergewaltigen, während sie schlief. Die mutmaßliche Tat soll er gefilmt haben.
Neue Vorwürfe: Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung
Ein weiteres Jahr später soll es dann nicht mehr bei einem Versuch geblieben sein: Marvin S. soll die Frau vergewaltigt und misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm in diesem Fall zusätzlich gefährliche Körperverletzung vor. Die Frau hat im Dezember 2025 Anzeige erstattet.



