Stade: Mann tötet sechs Menschen – Sorgerechtsstreit als Motiv
Stade: Mann tötet sechs Menschen – Sorgerechtsstreit

Sechs Tote bei Schüssen in Stade – Motiv Sorgerechtsstreit

Bei einem Amoklauf in einer Mutter-Kind-Wohngruppe in Stade hat ein 45-jähriger Mann am Montag sechs Menschen getötet. Alle Opfer waren Mitarbeitende der Einrichtung oder des Jugendamts. Die Polizei geht von einem Sorgerechtsstreit als Tatmotiv aus.

Tathergang und Opfer

Der mutmaßliche Täter, ein in Deutschland geborener Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit, erschoss vier Frauen und zwei Männer. Drei der Opfer waren Mitarbeiter des Jugendamts Hannover, wie die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ berichtet. Die Tat ereignete sich in einer Mutter-Kind-Wohngruppe, in der die drei Monate alte Tochter des Täters untergebracht war.

Laut Polizei kam der Verdächtige zu einem vereinbarten Termin in die Einrichtung. Das Gespräch sollte mit mehreren Mitarbeitern stattfinden, da der Vater als auffällig galt. Nach der Tat floh der Schütze in einem Mercedes-Coupé, das von einer 65-jährigen Frau gesteuert wurde. Die Polizei stoppte das Fahrzeug nach Schüssen auf die Reifen. Beide Insassen wurden festgenommen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Ermittlungen und Hintergründe

Die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol erklärte, das Tatmotiv liege „vermutlich im Umfeld, das heißt in einem Sorgerechtsstreit“. Der Täter war der Polizei wegen einer früheren Bedrohung bekannt, galt aber nicht als „absolut gewalttätig“. Eine waffenrechtliche Erlaubnis für die verwendete Schusswaffe hatte er nicht.

Die genaue Art der Waffe und der Tathergang sind noch unklar. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige Spurensicherung. Ein Haftbefehl wurde bisher nicht erlassen; die Entscheidung hänge von weiteren Ermittlungen ab, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme.

Reaktionen und Folgen

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sprach von einer „kaltblütigen“ Tat. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz. Ein Hinweisportal wurde eingerichtet, um Zeugenhinweise zu sammeln. Die Stadt Stade betonte, dass für nahegelegene Kitas und Schulen keine Gefahr bestanden habe.

Gerüchte über eine Clanzugehörigkeit des Täters bestätigten die Ermittler nicht. „Wir haben derzeit keine Hinweise dafür, dass eine Clanzugehörigkeit besteht“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Hintergründe der Tat werden weiter untersucht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration