In einer Bankfiliale im Regensburger Stadtteil Prüfening hat ein 20-jähriger Mann am Nachmittag einen anderen Mann mit einem Messer niedergestochen und getötet. Spezialkräfte der Polizei fassten den Angreifer nach mehrstündigem Großeinsatz. Das Opfer erlag noch im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Die Polizei ermittelt wegen eines Tötungsdelikts und Raubüberfalls.
Stundenlanger Ausnahmezustand im Regensburger Westen
Schwer bewaffnete Polizisten riegelten das Gelände um einen mehrstöckigen Gebäudekomplex ab, zahlreiche Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht waren im Einsatz. Zunächst bestand die Befürchtung einer Geiselnahme, da sich nach der Tat noch weitere Menschen in dem Gebäude befanden. Regensburgs Oberbürgermeister Thomas Burger (SPD) sprach später von „Stunden großer Unsicherheit“. Erst gut drei Stunden nach der Alarmierung konnten Spezialkräfte den 20-jährigen Deutschen in dem Gebäude festnehmen. Der Verdächtige blieb unverletzt, wurde in einem weißen Schutzanzug abgeführt und abtransportiert.
Opfer stirbt trotz Erstversorgung
Die Einsatzkräfte hatten zunächst nur Sichtkontakt zu dem Schwerverletzten, konnten ihn später aber erstversorgen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo er wenig später seinen Verletzungen erlag. Ob es sich bei dem Opfer um einen Kunden oder einen Mitarbeiter der Bank handelte, blieb zunächst unklar. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) erklärte, der Mann sei „das Opfer eines brutalen, unvermittelten Angriffs“ geworden und habe „offensichtlich keine Chance“ gehabt. Er sprach der Familie und den Angehörigen sein Mitgefühl aus.
Spezialkräfte befreien zwei weitere Menschen
Im Laufe des Einsatzes holten Spezialkräfte, die teils in Kettenhemden zum Schutz vor Messerstichen gehüllt waren, zwei weitere Menschen aus der Bank. Sie schienen äußerlich unverletzt. Speziell geschulte Kriseninterventionskräfte waren vor Ort, um ihnen zu helfen. Der mutmaßliche Täter blieb zunächst in der Bank. Ob weitere Personen mit ihm im Gebäude waren, konnte die Polizei zu diesem Zeitpunkt nicht sicher sagen. Gegen 18.00 Uhr führten die Spezialkräfte den Verdächtigen aus dem Gebäude. Anschließend durchsuchten Polizisten das restliche Gebäude und die Spurensicherung begann ihre Arbeit.
Polizei geht von Einzeltäter aus
Eine Polizeisprecherin sagte: „Wir gehen aktuell von einem Einzeltäter aus.“ Es gebe keine Hinweise auf weitere Beteiligte. Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun zu den Hintergründen der Tat. Oberbürgermeister Burger schrieb auf Facebook von einem Vorfall, der ihn zutiefst erschüttere. „Den Angehörigen und nahestehenden Menschen gilt mein tiefstes Mitgefühl.“



