Caro Cult verliert ARD-Rolle wegen Schwangerschaft und klagt auf Schadensersatz
Caro Cult verliert ARD-Rolle wegen Schwangerschaft – Klage

Die Schauspielerin Caro Cult hat ihre zugesagte Hauptrolle in der ARD-Thrillerserie „Schattenseite“ verloren, nachdem sie ihre Schwangerschaft gegenüber der Produktionsfirma Dreampool Entertainment offenbart hatte. Wenige Tage vor Drehbeginn im Jahr 2024 kündigte die Firma den Vertrag. Eine Mitarbeiterin von Dreampool soll Cult erklärt haben, sie strahle für die Rolle „nicht mehr den notwendigen Sex-Appeal“ aus. Die Rolle der Lehrerin, die in der Serie intime Szenen mit einem minderjährigen Schüler spielt, wurde daraufhin mit der Schauspielerin Franziska von Harsdorf neu besetzt.

Produktionsfirma bestreitet Sex-Appeal-Argument

Dreampool Entertainment bestreitet die Aussage nicht, entschuldigte sich jedoch bei Cult. Das Unternehmen argumentierte, die Kündigung sei nicht auf den angeblichen Mangel an Sex-Appeal zurückzuführen, sondern auf organisatorische Probleme im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, Mutterschutzfragen und versicherungstechnische Bedenken. Man habe Änderungen am Drehplan und den Einsatz eines Körperdoubles geprüft, diese Optionen aber letztlich verworfen. Cult akzeptierte diese Begründung nicht und reichte Klage beim Arbeitsgericht Berlin ein.

Vergleich vor Gericht

Das Arbeitsgericht Berlin befasste sich mit dem Fall, und die Parteien einigten sich auf einen Vergleich. Dreampool zahlte Cult die Hälfte der ursprünglich vereinbarten Gage als Schadensersatz. Für Cult ist die Angelegenheit damit jedoch nicht abgeschlossen. Sie erhielt viel Zuspruch von Kolleginnen, darunter Ursula Karven, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben will, und Lea van Acken, die kommentierte: „Dein Kampf ist für uns alle.“

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Cult rät zu späten Offenlegung der Schwangerschaft

Gegenüber dem „Spiegel“ erklärte Cult, sie könne Schauspielerinnen nicht mehr raten, eine Schwangerschaft frühzeitig offenzulegen. „Oft ist es wahrscheinlich schlauer, einfach am Set aufzutauchen und die Schwangerschaft so lange wie möglich zu verschweigen. Bis dahin ist es meistens zu teuer, dich gegen eine andere Schauspielerin auszutauschen, und die Verantwortlichen sind gezwungen, die Drehbedingungen anzupassen.“ Auf Instagram ergänzte sie: „Es kann doch nicht sein, dass wir Mütter alle so tun, als würden wir keine Kinder bekommen – aus Angst, dass uns unsere Jobs weggenommen werden!“

Reaktionen aus der Branche

Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Diskriminierung schwangerer Schauspielerinnen in der Filmbranche. Viele Kolleginnen solidarisierten sich mit Cult und berichteten von eigenen negativen Erfahrungen. Die ARD-Serie „Schattenseite“, die im Oktober 2025 ausgestrahlt wurde, enthält explizite Sexszenen, die jedoch meist angedeutet statt gezeigt werden. Die Frage, ob eine schwangere Frau solche Szenen hätte spielen können, bleibt umstritten. Cult selbst betont, dass ihr Kampf für alle gelte, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

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