Die US-Regierung hat die neue Milliardenstrafe der Europäischen Union gegen den Technologiekonzern Google scharf kritisiert. Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bezeichnete die Entscheidung der EU-Kommission als Quelle erheblicher Handelsunsicherheit. Die EU behaupte zwar stets, Stabilität und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen anzustreben, doch die verhängten Maßnahmen schafften genau das Gegenteil. „Diese Maßnahmen schaffen jedoch massive Unsicherheit für US-Exporte von Waren und Dienstleistungen nach Europa“, erklärte Greer am Donnerstag laut einer offiziellen Mitteilung.
Hintergrund der EU-Strafe gegen Google
Die EU-Kommission hatte am Donnerstag eine Geldbuße in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro gegen die Google-Muttergesellschaft Alphabet verhängt. Es handelt sich um die ersten Sanktionen, die die EU auf der Grundlage des Gesetzes über digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) gegen Google verhängt hat. Nach Angaben der Behörden hat Google in seiner Internetsuche eigene Dienste bevorzugt angezeigt. Darüber hinaus habe der Konzern es Drittanbietern von Apps für das Smartphone-Betriebssystem Android erschwert, Nutzer auf alternative App-Stores und eigene Bezahlseiten hinzuweisen.
Reaktionen von Google und politische Implikationen
Google kritisierte die Entscheidung der EU-Kommission umgehend und schloss rechtliche Schritte nicht aus. Das Unternehmen betonte, man habe stets im Einklang mit den geltenden Regeln gehandelt. Die US-Regierung sieht durch das Vorgehen der EU gegen amerikanische Technologiekonzerne die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen belastet. Bereits in der Vergangenheit hatten Strafen gegen US-Tech-Riesen wie Google, Apple oder Meta zu Spannungen zwischen Washington und Brüssel geführt. Die aktuelle Entscheidung dürfte die Diskussionen über eine mögliche Verschärfung der US-Handelspolitik gegenüber der EU weiter anheizen.



