Thilo Scholtyseck, Chefreporter für BILD, sieht seine Aufgabe darin, Geschichten von Schuld und Unschuld, von Schicksal und System zu erzählen. Als Justiz- und Polizeireporter ist er vor Ort im Gerichtssaal, auf der Straße und in den Biografien der Beteiligten. Sein Anspruch: Justizberichterstattung mit Haltung – direkt, nachvollziehbar und menschlich. Komplexes verständlich machen, ohne zu vereinfachen. Für ihn braucht Journalismus beides: klare Fakten und echtes Interesse am Menschen.
Journalismus mit Haltung und Menschlichkeit
Scholtyseck betont: „Mein Anspruch: Aufklären statt urteilen – in einer Sprache, die jeder versteht. Manchmal hart, nie herzlos.“ Gerichts- und Polizeireporter zu sein, bedeutet für ihn, dort hinzusehen, wo es weh tut – und dranzubleiben, wenn das Scheinwerferlicht der Kameras längst aus ist.
Werdegang und Erfahrung
Geboren 1970 in Halle (Saale), wuchs Scholtyseck mit der Wendezeit im Rücken und einem neugierigen Blick nach vorn auf. Nach seinem Volontariat bei der „Mitteldeutschen Zeitung“ studierte er Journalistik an der Universität Leipzig – Theorie war wichtig, Praxis war ihm immer näher. Erste Geschichten schrieb er als Polizeireporter beim Mitteldeutschen Express: mit Notizblock, Aufnahmegerät und Respekt. Seit 1995 ist er bei BILD, seit 2007 als Chefreporter unterwegs. Er mag gute Reportagen, echte Geschichten, unbequeme Wahrheiten – und Menschen, die nicht perfekt sind, aber „echt“.
Aktuelle Berichterstattung von Thilo Scholtyseck
Zu seinen jüngsten Artikeln gehören unter anderem: schwere Vorwürfe gegen ein Jugendamt, nachdem ein sechsjähriges Mädchen starb, weil 470 E-Mails ungelesen blieben; Überfälle auf wohlhabende Senioren durch falsche Paketboten; eine aufgehobene „Nur Deutsch“-Regel in einem Freibad in Sachsen-Anhalt; lebenslange Haft für den Magdeburg-Attentäter; ein Tiger-Ausbruch in Sachsen; die Amokfahrt auf dem Weihnachtsmarkt; eine Mordanklage gegen einen Hooligan, der einen 15-Kilo-Stein auf einen Polizisten warf; ein Bleistiftangriff auf eine Frau; eine 50.000-Euro-Belohnung für Hinweise zur vermissten Inga; und eine Tierquälerin, die trotz Haltungsverbot weiter Hunde hortet.



