Untreue-Verdacht: Berliner Staatsanwaltschaft klagt vier ehemalige Signa-Mitarbeiter an
Untreue-Verdacht: Berlin klagt vier Ex-Signa-Mitarbeiter an

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat im Zusammenhang mit der Insolvenz des Immobilien- und Handelskonzerns Signa Anklage gegen vier ehemalige Mitarbeiter erhoben. Einem 50-Jährigen wird Untreue in vier Fällen vorgeworfen, drei weiteren Beschuldigten wird Beihilfe zur Last gelegt. Das Landgericht Berlin muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Die Angeschuldigten haben sich zu den Vorwürfen bislang nicht geäußert.

Vorwürfe im Detail: Zweckgebundene Darlehen umgeleitet

Der 50-Jährige soll als Manager mehrerer Firmen der Signa-Gruppe in Deutschland und Österreich gearbeitet haben. 2023 soll er für eine neu gegründete Firma, die eine Immobilie weiterentwickeln sollte, verantwortlich gewesen sein. Diese Firma soll zweckgebundene Darlehen in Höhe von insgesamt zehn Millionen Euro erhalten haben. Diese soll er als Vertretungsberechtigter unbefugt an andere Firmen der Gruppe weitergeleitet haben.

Ein 45-jähriger Mitbeschuldigter soll dabei als Verfügungsberechtigter der Empfängerkonten geholfen haben. Die beiden weiteren Angeschuldigten sollen bei zwei Überweisungen die Ausführung durch Mitarbeiter der Signa-Gruppe koordiniert und überwacht haben. Von den transferierten Geldern seien letztlich mehr als 8,4 Millionen Euro nicht an die Gesellschaft zurückgezahlt worden.

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Ermittlungen und Festnahmen

Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelte in der Sache umfangreich, befragte zahlreiche Zeugen und wertete mehrere Millionen E-Mails, Bank-, Vertrags- und Buchhaltungsunterlagen aus, wie die Staatsanwaltschaft mitgeteilt hatte. Der 50-Jährige war im März vorläufig festgenommen worden, kam gegen strenge Meldeauflagen aber wieder frei.

Juristische Aufarbeitung einer der größten Pleiten Europas

Die Berliner Anklage ist Teil der juristischen Aufarbeitung einer der größten Pleiten der europäischen Wirtschaftsgeschichte. Die Signa-Gruppe, zu der unter anderem das Luxuskaufhaus KaDeWe und Galeria Karstadt Kaufhof gehörten, war Ende 2023 kollabiert. Auch gegen Gründer René Benko geht die Justiz vor: Der 49-Jährige sitzt bereits seit Januar 2025 in Untersuchungshaft. In der vergangenen Woche hatte der österreichische Oberste Gerichtshof (OGH) eine Verurteilung Benkos wegen Insolvenzbetrugs rechtskräftig bestätigt.

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