In einer Berliner Seniorenwohnanlage in Tegel sind zwei Bewohner nach einem Legionellenbefall der Wasserleitungen gestorben. Fünf weitere Mieter wurden ins Krankenhaus eingeliefert, drei von ihnen konnten bereits wieder entlassen werden. Das berichtet der Tagesspiegel unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld des Hauses.
Legionellenbefall seit Frühjahr
Die Wasserleitungen des Gemeinschaftsprojekts sollen bereits seit dem Frühjahr mit Legionellen belastet sein. Legionellen sind Bakterien, die beim Duschen oder Händewaschen über feinste Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, eingeatmet werden können und eine schwere Lungenentzündung auslösen. Die Senatsfinanzverwaltung bestätigte auf Anfrage die Todesfälle, machte aber keine Angaben zur genauen Todesursache. Diese werde derzeit untersucht.
Landeseigene Berlinovo als Eigentümer
Betreiber der Anlage ist eine Tochterfirma der landeseigenen Wohnungsgesellschaft Berlinovo, die dort Wohnungen vermietet. Die Johanniter sind als Servicedienstleister für die Bewohner tätig. Die Berlinovo ist als Eigentümer für das Gebäude verantwortlich. Finanzsenator Stefan Evers (CDU), der in seinem Amt auch Aufsichtsratsvorsitzender der Berlinovo ist, soll erst am Dienstagabend von der Berlinovo-Geschäftsführerin Caroline Oelmann über die Todesfälle informiert worden sein.
Die Behörden haben Ermittlungen aufgenommen, um die genaue Ursache des Legionellenbefalls zu klären und weitere Gefahren für die Bewohner auszuschließen. Die Senatsfinanzverwaltung betonte, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen würden, um die Wasserqualität zu verbessern und die Sicherheit der Mieter zu gewährleisten.



