Søstrene Grene: Dänischer Deko-Riese mit Geheimnissen um Produktion
Søstrene Grene: Deko-Riese mit Produktionsgeheimnissen

Die dänische Handelskette Søstrene Grene setzt auf ein besonderes Einkaufskonzept, das Kunden auf einem festgelegten Rundgang durch verschiedene Themenwelten führt. Ein kurzer Einkauf endet oft mit deutlich mehr Produkten im Korb als erwartet. Doch wie transparent ist das Unternehmen bei der Herkunft seiner Produkte?

Deutschland als wichtigster Markt

Søstrene Grene wurde 1973 in Dänemark gegründet. Heute ist Deutschland mit 106 Filialen der wichtigste Markt. Der Einstieg erfolgte erst mehr als 40 Jahre nach der Gründung, wie myHOMEBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer) berichtet. Unternehmenschef Mikkel Grene erklärte, man sei zunächst vorsichtig gewesen, weil andere skandinavische Händler in Deutschland gescheitert waren. Langfristig sieht das Unternehmen hier Potenzial für mehr als 150 Standorte.

Das Konzept: Entdecken ohne Abkürzung

Zum Sortiment gehören Wohnaccessoires, Küchenartikel, Bastelbedarf, Schreibwaren, Keramik und kleinere Möbel. Kunden werden auf einem festen Rundgang geführt, Abkürzungen gibt es nicht. So soll das gesamte Sortiment wahrgenommen werden. Die fiktiven Schwestern Anna und Clara begleiten den Einkauf auf Schildern, im Onlineshop und in sozialen Medien. Gleichzeitig steht Søstrene Grene wie viele Anbieter von Wohnaccessoires in der Kritik, mit ständig neuen Kollektionen zum Kauf kurzlebiger Produkte zu verleiten.

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Wenig Einblick in die Lieferkette

Wo genau die Produkte hergestellt werden, legt Søstrene Grene nicht offen. Das Unternehmen verweist auf seine Philosophie, Produkte „nicht teurer zu machen, als sie sein müssen“. Außerdem wird die Wichtigkeit beteuert, mit Zulieferern aus verschiedenen Teilen der Welt zusammenzuarbeiten. Konkrete Produktionsländer oder Fabriken nennt die Handelskette jedoch nicht. Nach eigenen Angaben verpflichtet sie ihre Lieferanten zu sozialen und ökologischen Standards und ist Mitglied der Initiative amfori BSCI.

Rückrufe und offene Fragen

In den vergangenen Jahren rief Søstrene Grene mehrfach Produkte zurück, darunter Wasserfarben wegen erhöhter Bleibelastung, Wärmekissen mit Brandgefahr, Mikrowellen-Brennöfen wegen Stromschlaggefahr, feste Handseifen und Lichterketten. Wettbewerber wie Flying Tiger Copenhagen, Butlers oder Dille & Kamille verfolgen ähnliche Konzepte. Während viele Kunden Sortiment und Ladenkonzept schätzen, bleibt unklar, wo viele Produkte tatsächlich hergestellt werden.

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