Brutale Überfälle nach fingierten Grindr-Dates in Berlin
In der Hauptstadt Berlin kommt es vermehrt zu schweren Übergriffen auf homosexuelle Männer, die über die Dating-App Grindr Kontakt zu anderen Männern suchen. Die Täter locken ihre Opfer mit falschen Profilen an und überfallen sie dann in deren Wohnungen. Der Queerbeauftragte des Senats zeigt sich alarmiert und fordert mehr Schutz für die Community.
Der Fall des Sängers Leopold
Ein besonders erschreckender Vorfall ereignete sich am 19. Mai im Berliner Stadtteil Wedding. Der queere Sänger Leopold hatte sich über Grindr mit einem Mann verabredet. Als dieser in seiner Wohnung erschien, wurde Leopold von mehreren Männern über drei Stunden lang festgehalten und brutal überfallen. Die Täter raubten ihn aus und fügten ihm körperliche und seelische Verletzungen zu.
„Es geht darum, Angst zu verbreiten“, sagt der Queerbeauftragte. Die Täter nutzen die Dating-Plattform gezielt, um ihre Opfer auszuspionieren und in eine Falle zu locken. Die Polizei ermittelt in mehreren ähnlichen Fällen, die sich in den letzten Wochen ereignet haben.
Häufung der Attacken
Die Serie von Überfällen auf schwule Männer nach Grindr-Dates hat in Berlin deutlich zugenommen. Betroffen sind vor allem Männer, die in zentralen Bezirken wie Wedding, Neukölln oder Kreuzberg leben. Die Täter gehen meist nach dem gleichen Muster vor: Sie erstellen ein falsches Profil, verabreden sich zu einem Treffen und überfallen das Opfer dann in dessen eigener Wohnung. Oft sind die Täter bewaffnet oder treten in Gruppen auf.
Die Opfer berichten von massiven psychischen Folgen. Viele trauen sich nicht mehr, Dating-Apps zu nutzen oder sich mit fremden Männern zu treffen. Die Polizei rät zu besonderer Vorsicht und empfiehlt, Treffen an öffentlichen Orten zu vereinbaren und vorher mit Freunden darüber zu sprechen.
Reaktionen des Queerbeauftragten
Der Queerbeauftragte des Berliner Senats zeigt sich tief besorgt über die Entwicklung. Er betont, dass die Täter nicht nur einzelne Personen angreifen, sondern die gesamte queere Community verunsichern wollen. „Diese Taten sind homophob motiviert und zielen darauf ab, Angst und Schrecken zu verbreiten“, erklärt er.
Er fordert eine stärkere Sensibilisierung der Polizei für das Thema und mehr Aufklärungsarbeit in der queeren Szene. Auch die Betreiber von Dating-Apps müssten stärker in die Pflicht genommen werden, um gefälschte Profile zu erkennen und zu sperren. Die Politik sei gefordert, die Sicherheit von queeren Menschen zu gewährleisten.
Die Polizei Berlin hat eine Sonderkommission eingerichtet, die die Überfälle untersucht. Zeugen und weitere Opfer werden gebeten, sich zu melden. Die Ermittler hoffen, die Täterbande schnell zu fassen und weitere Taten zu verhindern.
Für betroffene Männer gibt es Beratungsstellen, die psychologische Hilfe und rechtliche Unterstützung anbieten. Der Queerbeauftragte appelliert an die Solidarität der Gesellschaft: „Wir müssen zusammenstehen und uns gegen Hass und Gewalt stellen.“



