In Treptow-Köpenick sorgt eine Flüchtlingsunterkunft inmitten von Kleingärten für anhaltende Spannungen. Kleingärtner fühlen sich von den Bewohnern der Unterkunft beobachtet und vergleichen die Situation mit einem Leben „wie ein Affe im Zoo“. Die Unterkunft in der Grünauer Straße in Köpenick hat drei Etagen, von deren oberen Fenstern aus die Bewohner direkt in die umliegenden Gärten blicken können.
Konflikt um Privatsphäre und Integration
Bereits im Vorfeld der Eröffnung der Unterkunft hatte es Proteste gegeben. Anwohner befürchteten Lärm und eine Verschlechterung der Wohnqualität. Nun, nach der Eröffnung, zeigt sich, dass vor allem das Gefühl der ständigen Beobachtung die Kleingärtner belastet. „Man hat das Gefühl, dass jeder Schritt von oben verfolgt wird“, zitiert die Berliner Morgenpost einen betroffenen Kleingärtner. Die Bewohner der Unterkunft hingegen sehen sich oft Missverständnissen und Vorurteilen ausgesetzt.
Maßnahmen zur Verbesserung des Miteinanders
Um die Situation zu entschärfen, wurden bereits einige Maßnahmen ergriffen. So wurden Sichtschutzvorrichtungen an den Fenstern der Unterkunft angebracht, um direkte Einblicke in die Gärten zu vermeiden. Zudem gibt es regelmäßige Gesprächsrunden zwischen Kleingärtnern und Flüchtlingen, die vom Bezirksamt organisiert werden. „Wir versuchen, Brücken zu bauen und das gegenseitige Verständnis zu fördern“, erklärte ein Sprecher des Bezirksamts Treptow-Köpenick. Dennoch bleibt die Stimmung angespannt.
Zahlen und Fakten zur Unterkunft
Die Flüchtlingsunterkunft in der Grünauer Straße bietet Platz für rund 200 Menschen. Sie wurde im Frühjahr 2026 eröffnet und ist eine von mehreren Einrichtungen im Bezirk. Laut Bezirksamt leben dort derzeit etwa 150 Geflüchtete aus verschiedenen Herkunftsländern, darunter viele Familien mit Kindern. Die Unterkunft wird vom Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten betrieben und ist auf eine langfristige Nutzung ausgelegt.
Stimmen aus der Nachbarschaft
Die Meinungen unter den Kleingärtnern sind geteilt. Während einige die Situation als unerträglich empfinden, zeigen andere Verständnis für die Lage der Flüchtlinge. „Es ist sicher nicht einfach für die Menschen dort, aber wir fühlen uns auch in unserer Privatsphäre eingeschränkt“, sagte ein Gärtner. Ein anderer ergänzte: „Man muss miteinander reden, nicht übereinander.“ Das Bezirksamt plant weitere Informationsveranstaltungen, um Vorurteile abzubauen und das Zusammenleben zu erleichtern.



