Der Berliner Dom setzt ein eindrucksvolles Zeichen für die Opfer der Flucht nach Europa: Ein großes Kreuz aus 130 Rettungswesten wird über dem zentralen Eingangsportal angebracht. Die Konstruktion, die knapp sechs Meter breit und vier Meter hoch ist, soll bis zum Weltflüchtlingstag am 20. Juni hängen bleiben. Die Aktion versteht sich als Erinnerung und Mahnung an die Schicksale der Menschen, die auf der gefährlichen Reise über das Mittelmeer ihr Leben verloren haben.
Jede Weste erzählt eine Geschichte
Kuratorin Birgit Walter betont die Bedeutung jeder einzelnen Rettungsweste: „Jede Einzelne könnte bewegende Geschichten der Menschen erzählen, die sich unter Gefahr für ihr Leben auf den Weg gemacht haben für einen Neuanfang auf der anderen Seite des Meeres.“ Die ausgemusterten Westen wurden von der Seenotrettungsorganisation Sea-Watch zur Verfügung gestellt.
Solidarität mit Flüchtlingen
Mit der Aktion will die Kirche ihre Solidarität mit den Zehntausenden Menschen zeigen, die auf der Flucht nach Europa ums Leben gekommen sind. Nach Angaben der Domverwaltung sind nach Zahlen von Hilfsorganisationen seit 1993 knapp 72.000 Menschen auf der Flucht ums Leben gekommen.
„Beim Namen nennen“ – Einzelschicksale sichtbar machen
Im Rahmen der Aktion „Beim Namen nennen“ werden die Namen von auf der Flucht gestorbenen Menschen sowie die Daten und Umstände ihrer Tode – soweit bekannt – auf schmale Stoffbänder geschrieben und an den Außengittern der Arkaden des Doms befestigt. Dadurch soll den oft anonymen Opfern ein Gesicht und eine Geschichte gegeben werden.
Der Weltflüchtlingstag ist ein internationaler Gedenktag, der jährlich am 20. Juni stattfindet. Weltweit wird an diesem Tag auf die schwierige Situation von Flüchtlingen aufmerksam gemacht.



