Drei junge Männer aus Nordrhein-Westfalen haben sich am Mittwochnachmittag im unterirdischen Lava-Tunnelsystem der rheinland-pfälzischen Stadt Mendig verirrt. Die Feuerwehr und Polizei konnten die drei nach einem mehrstündigen Einsatz retten. Die Jugendlichen müssen nun mit einer Strafanzeige und der Übernahme der Rettungskosten rechnen.
Notruf aus der Tiefe
Die drei Heranwachsenden waren trotz eines Verbots in die Stollen eingedrungen. In dem weit verzweigten Areal unter der Stadt verloren sie jedoch die Orientierung. „Zum Glück konnten sie einen Notruf absetzen“, sagte ein Polizeisprecher. Daraufhin wurden Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst alarmiert. Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte von einem Experten des Umweltministeriums, der über Pläne des Tunnelsystems verfügte. An verschiedenen Eingängen riefen die Retter nach den Vermissten – schließlich mit Erfolg.
Leicht unterkühlt, aber unverletzt
Die drei jungen Männer wurden leicht unterkühlt aufgefunden. Die Temperatur in den Stollen liegt konstant bei sieben Grad Celsius. „Die Polizei warnt eindringlich davor, unberechtigt die unterirdischen Tunnelsysteme zu betreten und damit sein Leben und das Leben der Einsatzkräfte zu gefährden“, hieß es in einer Mitteilung. Gegen die Jugendlichen wurde eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gefertigt. Sie müssen zudem damit rechnen, die Kosten des Rettungseinsatzes tragen zu müssen.
Entstehung des Tunnelsystems
Das Netz aus Felsenkellern unter Mendig erstreckt sich über rund drei Quadratkilometer in 32 Metern Tiefe. Es entstand im späten Mittelalter, als die Bewohner begannen, den schwarzen Basalt abzubauen, der durch einen Lavastrom der letzten Vulkanausbrüche entstanden war. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich das größte Basaltlava-Bergwerk der Welt. Mitte des 19. Jahrhunderts nutzten 28 Brauereien in der Stadt die Felsenkeller wegen der konstant idealen Temperatur zur Lagerung ihrer Biere. Heute können die Keller bei Führungen des Vulkan-Museums Lava-Dome besichtigt werden.



