Hitze in Altenpflege: Verdi und Diakonie fordern Millionen
Hitze in Altenpflege: Verdi und Diakonie fordern Millionen

Angesichts bevorstehender Hitzewellen schlagen Gewerkschafts- und Kirchenvertreter Alarm. Sie sehen dringenden Handlungsbedarf, um pflegebedürftige Senioren besser zu schützen. Die Gewerkschaft Verdi und die Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe fordern von der Landesregierung Investitionen in Millionenhöhe, um die Altenpflege für steigende Hitzebelastungen zu rüsten.

Jährliche Ausnahmezustände in Pflegeheimen

Bei steigenden Temperaturen geraten viele Einrichtungen an ihre Grenzen, berichtete Diakonie-Pflege-Experte Marc Schué in Düsseldorf. „Es sind jährlich wiederkehrende Ausnahmezustände“, sagte er. Dies kratze an der Menschenwürde. Altenpflegerin Silke Behrendt von Verdi NRW betonte: „Ein Mensch, der im Bett liegt und sich nicht bewegen kann, erlebt das noch viel schlimmer.“ Den zusätzlichen Betreuungsbedarf bei hohen Temperaturen könne das Pflegepersonal nicht auffangen.

Mangelhafte technische Ausstattung

Technische Maßnahmen wie Klimaanlagen oder Ventilatoren sind in den wenigsten Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen vorhanden. Daher behelfen sich die Pflegekräfte mit einfachen Mitteln wie gekühlten Handtüchern, Sprühflaschen und Trinkprotokollen zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme. Die körperliche Anstrengung reize auch das Personal aus, sodass es zu noch mehr Ausfällen komme.

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Forderung nach einem Sofortprogramm

Bereits im März hatten Verdi und die Diakonie gemeinsam mit Sozialverbänden sowie dem Deutschen Mieterbund NRW in einem Brief an die Landesregierung ein Sofortprogramm von 125 Millionen Euro über fünf Jahre gefordert. Dieses Geld soll für Maßnahmen zum Hitzeschutz und energetische Sanierungen in der stationären Pflege verwendet werden. Verdi-Gewerkschaftssekretärin Dagmar Acosta Navarro unterstrich: „Die Kommunen haben jetzt schon Schwierigkeiten, Sanierungsmaßnahmen für Straßen, Schulen und viele öffentliche Gebäude aus diesen Mitteln zu stemmen.“ Dort noch Investitionen in die Altenpflege unterzubringen, sei kaum möglich.

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