Brand in Umspannwerk Reutlingen: Ermittler ohne heiße Spur
Brand in Umspannwerk Reutlingen: Ermittler ohne Spur

Nach dem verheerenden Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen, der einen großflächigen Stromausfall für zehntausende Menschen verursachte, haben die Ermittler weiterhin keine konkreten Hinweise auf mögliche Täter oder ein Tatmotiv. Die Ermittlungen des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg laufen auf Hochtouren, doch die Hintergründe bleiben unklar.

Ermittlungen ohne politischen Hintergrund

„Wir ermitteln ergebnisoffen weiter“, erklärte ein Sprecher des LKA in Stuttgart. Bislang gebe es keine Anzeichen für einen politisch motivierten Anschlag. „Wir haben kein Bekennerschreiben erhalten“, so der Sprecher weiter. Die am Brandort sichergestellten möglichen Brandbeschleuniger sowie weitere Asservate werden derzeit kriminaltechnisch analysiert.

Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt, da eine extremistische Motivation nicht ausgeschlossen werden kann. „Eine Bekennung zur Tat wurde bislang nicht bekannt“, bestätigte auch ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Brandbeschleuniger im Fokus

Die bisherigen Untersuchungen haben Hinweise auf den Einsatz eines Brandbeschleunigers ergeben. Die genauen Laboranalysen dauern noch an. Derzeit wird gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe ermittelt.

Auswirkungen des Stromausfalls

Reutlingen, eine Stadt mit knapp 120.000 Einwohnern am Fuße der Schwäbischen Alb, war schwer betroffen. Nach Angaben von Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen. Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen, wodurch das Umspannwerk ausfiel und eine weitere Anlage beschädigt wurde. Der Schaden beläuft sich nach dpa-Informationen auf mehrere Millionen Euro.

Polizei schützt vor Plünderungen

Um Plünderungen und andere Straftaten zu verhindern, bleibt die am Montag entsandte Hundertschaft des Polizeipräsidiums Reutlingen nachts im Einsatz, bis die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt ist. „Die Beamten sind präsent, um mögliche Straftaten zu verhindern und den Bürgern als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen“, sagte eine Polizeisprecherin. Sie patrouillieren sowohl mit Fahrzeugen als auch zu Fuß.

Besonders betroffen sind Industriegebiete und gewerbliche Kunden, die weitgehend noch ohne Strom sind. Daher ist die Polizei in diesen Gebieten mit zusätzlichen Kräften im Einsatz.

Fortschritte bei der Stromversorgung

Stunden nach dem Brand konnte die Stromversorgung in Teilen der Kernstadt und dem dortigen Krankenhaus wiederhergestellt werden. Am Nachmittag wurden große Teile der Privathaushalte in den Stadtteilen Betzingen und Ohmenhausen wieder ans Netz angeschlossen. Auch Schulen und Kindergärten sind dort wieder mit Strom versorgt, wie die Stadtverwaltung mitteilte. In den umliegenden Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil haben ebenfalls große Teile der Wohngebiete wieder Strom. Die Versorgung erfolgt laut Stadt vorerst provisorisch.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration