In Sachsen-Anhalt fehlen vielerorts Rettungsschwimmer für die anstehende Freibadsaison. Besonders betroffen ist der ländliche Raum, wo Bäder bereits kürzere Öffnungszeiten haben. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) beklagt einen Mangel an hauptberuflichen Bademeistern.
In Halle und Magdeburg werden derzeit Rettungsschwimmer gesucht. Ob Bäder deshalb früher schließen müssen, ist noch unklar. Das Nordbad in Halle soll jedoch wie geplant öffnen. Das Erlebnisbad Roßlau in Dessau-Roßlau hingegen ist gut vorbereitet und hat ausreichend Personal.
Besonders prekär ist die Lage in der Kleinstadt Möckern im Jerichower Land. Dort arbeiten nur drei Rettungsschwimmer, optimal wären acht. Falls nicht genügend neue Kräfte gefunden werden, springt die Wasserwacht ein. Dennoch könnten Öffnungszeiten verkürzt werden.
Laut DLRG liegen die Gründe für den Fachkräftemangel in unattraktiven Arbeitszeiten und schlechter Bezahlung. Holger Friedrich vom DLRG-Landesverband fordert bessere Arbeitsbedingungen und höhere Entlohnung, um den Beruf des Schwimmmeisters wieder attraktiver zu machen.
Der DLRG-Landesverband Sachsen-Anhalt hat knapp 3.000 ehrenamtliche Rettungsschwimmer und bildet jährlich etwa 600 neue Retter aus. Dennoch reichen Ehrenamtliche nicht aus, um Schwimmbäder zu betreiben. Die Ausbildung professioneller Bademeister erfolgt an der Berufsbildenden Schule Wittenberg, wo fast die Hälfte der Plätze unbesetzt bleibt.
Friedrich sorgt sich um die Zukunft des Berufs. Er sieht die Kommunen in der Pflicht, Schwimmbäder zu erhalten und zu finanzieren. Besonders auf dem Land drohten Schließungen, wenn Geld für Personal oder Renovierungen fehle.



