Potsdams Oberbürgermeisterin Noosha Aubel (parteilos) hat angekündigt, dass das kommunale Bergmann-Klinikum eine Babyklappe einrichten soll, nachdem die bisherige Einrichtung am St. Josefs-Krankenhaus wegfallen wird. Die Ankündigung erfolgte am Mittwochabend im Hauptausschuss der Stadtverordneten.
Hintergrund: Schließung der Geburtsstation
Das St. Josefs-Krankenhaus hatte zuvor das Aus für seine Geburtsstation bekannt gegeben. Damit steht auch die dortige Babyklappe vor dem Ende. Die Babyklappe bietet Müttern in existenziellen Notlagen die Möglichkeit, ihr Neugeborenes anonym und sicher abzugeben. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist die Aufrechterhaltung dieses Angebots von großer Bedeutung.
Plan der Oberbürgermeisterin
Aubel betonte, dass das Bergmann-Klinikum als kommunales Krankenhaus in der Verantwortung stehe, die Babyklappe zu übernehmen. „Wir dürfen Schwangere in Not nicht im Stich lassen“, sagte sie im Hauptausschuss. Die Stadtverwaltung prüft derzeit die rechtlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Einrichtung einer Babyklappe am Bergmann-Klinikum.
Vorbehalte gegen den Plan
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Einige Stadtverordnete äußerten Bedenken, ob das Bergmann-Klinikum personell und finanziell in der Lage sei, die Babyklappe zu betreiben. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, ob eine Babyklappe überhaupt das richtige Mittel sei, um Müttern in Not zu helfen. Alternativen wie eine vertrauliche Geburt oder Beratungsangebote wurden diskutiert.
Nächste Schritte
Die Stadtverordnetenversammlung wird voraussichtlich in den kommenden Wochen über den Vorschlag abstimmen. Bis dahin soll die Verwaltung einen konkreten Umsetzungsplan vorlegen. Oberbürgermeisterin Aubel zeigte sich zuversichtlich, dass das Bergmann-Klinikum die Babyklappe noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen kann.



