Elterngeld-Kürzungen: Prien plant kürzere Bezugsdauer und höhere Sätze
Elterngeld-Kürzungen: Prien plant kürzere Bezugsdauer

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) plant tiefe Einschnitte beim Elterngeld, um rund 500 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2026 einzusparen. Das Elterngeld ist mit einem Ausgabenvolumen von etwa 7,5 Milliarden Euro der größte Posten im Etat des Ministeriums. Einem Gesetzentwurf zufolge soll die maximale Bezugsdauer von derzeit 14 auf zwölf Monate sinken, während die monatlichen Beträge erstmals seit fast 20 Jahren steigen sollen.

Neue Aufteilung der Bezugsmonate: Mehr Väterbeteiligung erzwungen?

Der Entwurf sieht vor, dass beide Elternteile künftig jeweils mindestens vier Monate Elterngeld beziehen müssen, um den vollen Anspruch auszuschöpfen. Die restlichen vier Monate könnten die Eltern frei untereinander aufteilen. Eine alternative Variante wäre eine Regelung mit drei festen Monaten pro Elternteil und sechs frei verteilbaren Monaten. In beiden Fällen würde die Gesamtbezugsdauer von 14 auf zwölf Monate verkürzt. Bisher reichen zwei sogenannte Vätermonate aus, um den Anspruch auf 14 Monate zu erhalten. Mit der Neuregelung will die Koalition aus Union und SPD mehr Anreize für eine partnerschaftliche Aufteilung der Betreuungsarbeit schaffen, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart wurde.

Erstmals seit 2007: Mindest- und Höchstbetrag steigen

Gleichzeitig sollen die monatlichen Elterngeldbeträge erstmals seit fast 20 Jahren angehoben werden. Der Mindestbetrag steigt von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Grundsätzlich bleibt es bei der Regelung, dass das Elterngeld 65 Prozent des Nettoeinkommens beträgt. Zudem sieht der Gesetzentwurf eine Änderung des Mutterschutzgesetzes vor: Arbeitszeitliche Beschäftigungsverbote sollen auf zwölf Monate nach der Entbindung eingeschränkt werden.

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Kritik vom Deutschen Frauenrat und Zukunftsforum Familie

Der Deutsche Frauenrat übt scharfe Kritik an den geplanten Kürzungen. Die Vorsitzende Beate von Miquel warnte, der Etat des Familienministeriums werde im kommenden Jahr um acht Prozent schrumpfen, bis 2029 sogar um bis zu ein Fünftel. „Die Bundesregierung hat jungen Menschen im Koalitionsvertrag versprochen, ihre Familienplanung mit einer verbesserten Leistung zu stärken. Nun soll im nächsten Jahr allein hier eine halbe Milliarde eingespart werden. Mütter werden diese Kürzungen zulasten der eigenen Berufstätigkeit kompensieren“, erklärte von Miquel. Auch das Zukunftsforum Familie spricht sich gegen die Kürzungen aus und fordert stattdessen eine Anhebung des Mindestbetrags auf 506 Euro sowie eine anschließende Dynamisierung.

Bertelsmann-Umfrage: Eltern wünschen sich egalitäres Modell

Eine 2025 veröffentlichte Umfrage der Bertelsmann-Stiftung unter 2.500 Menschen zeigt, dass 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer ein „egalitäres Modell“ bevorzugen würden: Jedes Elternteil sollte sieben Monate Elternzeit nehmen – bezogen auf die bisher gültige Gesamtdauer von 14 Monaten. 39 Prozent der Befragten unterstützen die bisher übliche Aufteilung von zwölf Monaten für die Mutter und zwei Monaten für den Vater. Die Autoren der Studie betonen, dass mehr Vätermonate volkswirtschaftlich sinnvoll wären, da Frauen schneller in den Beruf zurückkehren könnten, was den Fachkräftemangel mindern würde. Auf die Frage, was ihnen in der Kinderphase am meisten helfen würde, antworteten 44 Prozent: „Weniger Behördenkram und eine leichtere Antragstellung.“

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