Jugendämter in Niedersachsen verzeichnen deutlichen Anstieg bei Gefährdungseinschätzungen
Die Jugendämter in Niedersachsen haben im vergangenen Jahr deutlich mehr mögliche Fälle von Kindeswohlgefährdung geprüft als im Vorjahr. Insgesamt führten sie im Jahr 2025 22.338 Gefährdungseinschätzungen durch, wie das Landesamt für Statistik Niedersachsen mitteilte. Gegenüber 2024 stieg die Zahl der Verfahren um 11,3 Prozent an.
In jedem fünften Fall wurde eine Gefährdung festgestellt
Insgesamt wurde in 21,5 Prozent aller Fälle eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Die Jugendämter stellten 2.273 akute und 2.530 latente Gefährdungen fest. Mädchen (2.323) und Jungen (2.480) waren ähnlich häufig betroffen. Am häufigsten wurde Vernachlässigung als Grund angegeben. Sie lag in 1.254 Fällen akuter und in 1.543 Fällen latenter Gefährdung vor. In den meisten Fällen ging die fehlende Fürsorge nach Angaben der Statistik in der Hauptsache von der Mutter (2.145) aus.
Unterstützungsbedarf erkannt, aber keine Gefährdung
2025 wurde bei weiteren 7.619 Verfahren keine Kindeswohlgefährdung, jedoch ein Unterstützungsbedarf für Kinder, Jugendliche oder Familien erkannt. Gegenüber dem Vorjahr mit 6.946 Fällen entspricht dies einem Anstieg um 9,7 Prozent, wie es weiter hieß. In den übrigen 9.916 Verfahren konnte keine Gefährdung der Minderjährigen festgestellt werden.
Betroffene Kinder leben meist im familiären Umfeld
Der überwiegende Teil der insgesamt betroffenen Kinder und Jugendlichen lebte im familiären Umfeld. Von diesen 21.872 Minderjährigen wohnten 10.522 Kinder bei ihren Eltern, 7.356 bei einem alleinerziehenden Elternteil und 3.520 bei einem Elternteil mit Partnerin oder Partner.



