Die Staatsanwaltschaft Münster hat Anklage wegen Untreue gegen den früheren Vorsitzenden eines Kita-Vereins erhoben. Der 44-jährige Lehrer soll zwischen 2022 und 2023 rund 700.000 Euro vom Konto des Heinrich-Piepmeyer-Hauses auf sein privates Konto umgeleitet haben.
Laut Ermittlungen hat der Mann den Großteil des Geldes an der Börse verspekuliert, etwa 560.000 Euro in eine einzige Aktie investiert, deren Kurs stark fiel. Den Rest soll er privat verbraucht haben. Das Geld sei vollständig verloren, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Der Beschuldigte räumte die Geldflüsse weitgehend ein und gab an, das Geld mit Gewinn zurückzahlen zu wollen. Die Untreue fiel zunächst nicht auf, da der Vorstand ihm die Anlage des Geldes auf einem Konto der Kita aufgetragen hatte, er aber ein privates Konto nutzte. Auf Nachfragen reagierte er mit Ausflüchten und legte falsche Unterlagen vor.
Im Februar 2024 erstattete der Verein Strafanzeige, woraufhin das Haus des Ex-Vorsitzenden durchsucht wurde. Zudem liegt eine weitere Anklage wegen Betrugs vor: Der Mann soll mit einer gefälschten Rechnung 11.000 Euro für angebliche Heil- und Hilfsmittel von der Beihilfestelle für Beamte kassiert haben.
Das Heinrich-Piepmeyer-Haus betreut Kinder mit Behinderungen und betreibt eine inklusive Kita sowie Therapiepraxen. Das Landgericht entscheidet nun über die Eröffnung des Hauptverfahrens.



