Matthias Jendricke, Landrat von Nordhausen, sorgt bundesweit mit einem ungewöhnlichen Projekt für Schlagzeilen: Er führt eine Arbeitspflicht für junge Arbeitslose ein. Uniformierte holen die Betroffenen morgens von zu Hause ab, um sie zur Arbeit zu bringen. Im Interview erklärt Jendricke seine Beweggründe und spricht über seine Enttäuschung über Bundestagspräsidentin Bärbel Bas.
Warum eine Arbeitspflicht?
Jendricke beobachtete einen krassen Widerspruch: Die Zahl der jungen Arbeitslosen steigt stetig, während viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. „Ich habe vergangenen Sommer schon geahnt, dass mich die Unternehmer hier im Kreis bald wieder fragen: Schaffst Du es nicht, die jungen Bengels mal zu motivieren, damit sie sich bei mir bewerben?“, so Jendricke. Der konkrete Auslöser für das Projekt sei jedoch ein anderer gewesen.
Kritik am Bürgergeld
Der Landrat übt scharfe Kritik am bestehenden Bürgergeldsystem: „Mit dem Bürgergeld wurde zu viel Drückebergertum herangezüchtet.“ Er fordert mehr Eigenverantwortung von den jungen Menschen und sieht die Arbeitspflicht als notwendiges Mittel, um sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Enttäuschung über Bärbel Bas
Jendricke zeigt sich enttäuscht über die Reaktion von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas. Er hatte sich mehr Unterstützung von der Politik erhofft, fühlt sich jedoch alleingelassen. „Ich bin von Bärbel Bas enttäuscht“, sagt er.
Projekt läuft seit Monaten
Das Projekt in Nordhausen läuft bereits seit mehreren Monaten. Die jungen Arbeitslosen werden von uniformierten Mitarbeitern abgeholt und zu gemeinnützigen Arbeiten gebracht. Jendricke zeigt sich überrascht über den Erfolg: „Was mich überrascht hat, ist, dass viele der Jugendlichen nach anfänglichem Widerstand doch noch motiviert werden konnten.“



