Rente mit 63: Wer profitiert und was die Expertenkommission vorschlägt
Rente mit 63: Wer profitiert und was die Experten vorschlagen

Die Rente mit 63 steht auf dem Prüfstand. Eine Expertenkommission hat vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen. Dies würde vor allem bestimmte Berufsgruppen treffen – darunter Gartenbauer und Altenpflegerinnen. Doch wer profitiert bisher wirklich von dieser Regelung?

Wer profitiert von der Rente mit 63?

Die Rente mit 63 ermöglicht es Versicherten, nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in Rente zu gehen. Laut Daten der Deutschen Rentenversicherung nutzen vor allem Männer in Handwerksberufen diese Möglichkeit. Besonders häufig sind Beschäftigte aus dem Baugewerbe, der Metallindustrie und der Logistik vertreten. Auch Pflegekräfte und Gärtner profitieren überdurchschnittlich. Im Jahr 2025 gingen rund 250.000 Menschen in die Rente mit 63, das Durchschnittsalter lag bei 63,8 Jahren.

Welche Berufsgruppen würden die Streichung treffen?

Die Streichung würde vor allem diejenigen hart treffen, die körperlich anstrengende Berufe ausüben. Dazu gehören Altenpflegerinnen, die oft nach 45 Jahren körperlich erschöpft sind. Auch Gartenbauer, die bei Wind und Wetter arbeiten, wären betroffen. Die Expertenkommission betont jedoch, dass die Rente mit 63 nicht mehr zeitgemäß sei. „Die Lebenserwartung steigt, und die Arbeitswelt verändert sich. Viele Beschäftigte können länger arbeiten“, sagte Kommissionsmitglied Professorin Dr. Anna Müller.

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Alternative Modelle

Statt der Rente mit 63 schlägt die Kommission flexible Übergänge vor. Dazu gehören Teilrente, Altersteilzeit und finanzielle Anreize für längeres Arbeiten. „Wir wollen, dass niemand gezwungen wird, früher aufzuhören, aber auch, dass niemand gezwungen wird, länger zu arbeiten“, so Müller. Die Gewerkschaften kritisieren die Pläne scharf. „Die Rente mit 63 ist ein Erfolgsmodell. Sie gibt Menschen Würde und Sicherheit“, sagte Verdi-Chef Frank Werneke.

Politische Reaktionen

Die Bundesregierung zeigt sich gespalten. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) lehnt eine Abschaffung ab: „Wir werden die Rente mit 63 nicht antasten.“ Finanzminister Christian Lindner (FDP) hingegen fordert Reformen: „Das System ist nicht nachhaltig. Wir müssen umbauen.“ Die CDU/CSU-Fraktion will die Rente mit 63 für besonders belastende Berufe erhalten. Eine endgültige Entscheidung wird für 2027 erwartet.

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