Chemnitz verbietet Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen bis Oktober
Chemnitz verbietet Wasserentnahme aus Flüssen und Bächen

Die Stadt Chemnitz hat angesichts anhaltender Trockenheit und niedriger Wasserstände ein generelles Verbot der Wasserentnahme aus Bächen und Flüssen erlassen. Ab Freitag ist es untersagt, aus oberirdischen Gewässern auf dem Stadtgebiet Wasser zu pumpen oder mit Handgefäßen zu entnehmen. Das Verbot gilt vorerst bis einschließlich 31. Oktober, wie die Stadt mitteilte. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro.

Hintergrund: Trockene Witterung und sinkende Pegel

Die Stadt begründet die Maßnahme mit der warmen und trockenen Witterung der vergangenen Wochen. Die Wasserstände seien bereits niedrig und eine Entspannung der Lage nicht absehbar. Im Gegenteil: Die Pegelstände könnten weiter absinken. Eine unbeschränkte Entnahme von Wasser bedrohe die Tier- und Pflanzenwelt in den Gewässern und gefährde die natürliche Selbstreinigung, hieß es.

Schutz von Fischen und Pflanzen

Ziel des Verbots ist es, die aquatischen Ökosysteme zu schützen. Die Stadt Chemnitz betonte, dass insbesondere Fische und Pflanzen in den Gewässern unter den niedrigen Wasserständen leiden. „Die natürliche Selbstreinigungskraft der Gewässer ist bei geringen Wasserständen stark eingeschränkt“, erklärte ein Sprecher der Stadt. „Daher müssen wir die Entnahme von Wasser unterbinden, um die Gewässerökologie zu bewahren.“

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bußgeld von bis zu 50.000 Euro

Verstöße gegen das Verbot werden als Ordnungswidrigkeit eingestuft und können mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Die Stadt kündigte an, die Einhaltung der Regelung zu kontrollieren. Bürgerinnen und Bürger, die Wasser aus den Gewässern entnehmen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen.

Keine Entspannung in Sicht

Die Stadtverwaltung rechnet nicht mit einer baldigen Besserung der Lage. Die Wettervorhersagen für die kommenden Wochen ließen keine nennenswerten Niederschläge erwarten. „Die Pegelstände könnten weiter absinken“, so die Stadt. Das Verbot gelte daher zunächst bis Ende Oktober, eine Verlängerung sei nicht ausgeschlossen, falls die Trockenheit anhalte.

Auswirkungen auf Landwirtschaft und Privatpersonen

Das Verbot betrifft sowohl Privatpersonen als auch landwirtschaftliche Betriebe, die Wasser aus Bächen und Flüssen entnehmen. Für die Landwirtschaft kann dies in der aktuellen Wachstumsperiode zu Problemen führen. Die Stadt empfiehlt, auf alternative Wasserquellen zurückzugreifen oder die Bewässerung einzuschränken.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration