Sommer in Berlin: Rätselhafte Gespinste an Sträuchern – was steckt dahinter?
In den Grünanlagen Berlins sind derzeit seltsame Gespinste an Sträuchern zu beobachten, die viele Passanten und Anwohner verunsichern. Die Senatsverwaltung für Umwelt hat nun aufgeklärt, um was es sich handelt und ob Gefahr besteht.
Die wichtigsten Infos im Überblick
- In Parks und Gärten tauchen derzeit auffällige Raupennester an Sträuchern auf.
- Die Umweltsenatsverwaltung betont, dass von den Gespinstmotten keine Gefahr ausgeht.
- Die Behörde gibt Empfehlungen, um größere Schäden an den Pflanzen zu verhindern.
An verschiedenen Sträuchern in Berlin fallen derzeit ungewöhnliche Raupennester auf. Diese Gespinste in Parkanlagen, Gärten oder am Straßenrand werden durch Gespinstmottenarten hervorgerufen, wie die Umweltsenatsverwaltung mitteilte. „Eine gesundheitliche Gefährdung des Menschen geht von diesen Gespinstmotten jedoch nicht aus“, hieß es von der Behörde bereits Ende April. Anders als beim Eichenprozessionsspinner haben die Raupen demnach keine allergieauslösenden Haare.
Die vorhergesagte sonnige und trockene Frühjahrswitterung sei für die Entwicklung dieser Insekten förderlich. Im Inneren der eingesponnenen Gehölzteile befinden sich den Angaben nach zahlreiche weißliche Raupen mit schwarzen Flecken. Vor allem Spindelsträucher – auch bekannt unter dem Namen Pfaffenhütchen – seien betroffen, sie könnten sich jedoch auch an Schlehen oder Weißdornbüsche befinden.
Senatsverwaltung: Einsatz von Pflanzenschutzmitteln nicht sinnvoll
„Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen die Raupen in den Gespinsten ist weder wirksam noch sinnvoll“, heißt es von der Umweltsenatsverwaltung. Um starke Schäden an den Sträuchern zu vermeiden, sollten die Gespinste herausgeschnitten und vernichtet werden. Die Behörde rät, die befallenen Zweige großzügig abzuschneiden und im Hausmüll zu entsorgen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Ein chemischer Eingriff sei nicht nötig, da die Pflanzen sich in der Regel gut erholen würden.
Das Phänomen tritt in diesem Jahr besonders häufig auf, was auf die milden Temperaturen und die geringen Niederschläge im Frühling zurückzuführen ist. Die Gespinstmotten sind zwar optisch auffällig, aber für die heimische Flora und Fauna in der Regel unbedenklich. Vögel und andere Insekten profitieren sogar von den Raupen als Nahrungsquelle. Die Senatsverwaltung bittet die Bevölkerung daher um Gelassenheit und Verständnis für die natürlichen Kreisläufe in der Stadt.



