Rund 400 Hektar Wald im Müritz-Nationalpark standen in Flammen, die Löscharbeiten erstreckten sich über etwa eine Woche. Ein Waldbrandexperte kritisiert nun das Vorgehen des Landes Mecklenburg-Vorpommern scharf. In einem Interview mit dem SPIEGEL erklärte der Fachmann, was aus seiner Sicht schiefgelaufen ist und welche Maßnahmen effektiver gewesen wären.
Kritik an fehlender Spezialtechnik
Der Experte bemängelte insbesondere, dass das Land nicht rechtzeitig einen sogenannten Minenräumer eingesetzt habe. „Der Minenräumer war die Geheimwaffe, die den Unterschied hätte ausmachen können“, sagte er. Dieses Spezialfahrzeug sei in der Lage, schnell und effizient Schneisen in das Brandgebiet zu schlagen, um die Ausbreitung der Flammen zu stoppen. Stattdessen habe man sich zu sehr auf Löschflugzeuge und Hubschrauber verlassen, deren Wasserabwürfe aus der Luft „nicht besonders sinnvoll“ gewesen seien.
Löschflugzeuge nur bedingt wirksam
Die Luftunterstützung sei zwar beeindruckend gewesen, habe aber nicht die gewünschte Wirkung erzielt, so der Experte. Die abgeworfenen Wassermengen seien zu gering gewesen, um die großflächigen Brände effektiv zu bekämpfen. Zudem seien die Löschflugzeuge nicht in der Lage, gezielt die Brandherde am Boden zu erreichen. „Man hätte frühzeitig auf bodengestützte Spezialtechnik setzen müssen“, betonte er.
Versäumnisse bei der Koordination
Ein weiterer Kritikpunkt des Experten war die mangelnde Koordination zwischen den verschiedenen Einsatzkräften. Die Feuerwehren aus mehreren Landkreisen waren im Einsatz, doch die Abstimmung habe nicht reibungslos funktioniert. „Es fehlte an einer einheitlichen Führungsstruktur“, sagte der Fachmann. Dies habe zu Verzögerungen und ineffizienten Maßnahmen geführt.
Forderung nach besserer Vorbereitung
Der Experte forderte das Land Mecklenburg-Vorpommern auf, aus dem Brand zu lernen und die Vorbereitung auf künftige Waldbrände zu verbessern. Dazu gehöre die Anschaffung von Spezialfahrzeugen wie Minenräumern sowie die Schulung der Einsatzkräfte im Umgang mit Großbränden. Auch die frühzeitige Erkennung von Brandherden müsse optimiert werden. „Wir müssen uns auf häufigere und intensivere Waldbrände einstellen“, warnte der Experte.
Hintergrund des Brandes
Der Waldbrand im Müritz-Nationalpark war einer der größten in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns. Die Ursache ist noch nicht abschließend geklärt, aber die Trockenheit der vergangenen Wochen hatte die Gefahr von Waldbränden erheblich erhöht. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund der unwegsamen Geländes und der starken Rauchentwicklung als äußerst schwierig.



