Die Deutsche Bahn muss erneut eine Verzögerung bei einer ihrer Korridorsanierungen bekanntgeben. Die seit Februar voll gesperrte Strecke Nürnberg-Regensburg kann nicht wie geplant am 10. Juli 2026 in Betrieb gehen, sondern erst am 31. Juli 2026. Grund sind ausstehende Sicherheitsüberprüfungen der Stellwerktechnik.
Ersatzverkehr bleibt bestehen
Der durchgehende Zugverkehr ist somit erst zu Beginn der bayerischen Sommerferien möglich. Der Ersatzverkehr mit Bussen und die Zugumleitungen bleiben bis zur späteren Wiederinbetriebnahme bestehen. Täglich sind auf der Route normalerweise mehr als 350 Fern-, Regional- und Güterzüge unterwegs.
„Wir bitten in aller Form um Entschuldigung“, teilte Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand für Infrastrukturplanung bei der Bahn-Infrastrukturgesellschaft InfraGo, mit. „Gleichzeitig gilt: Sicherheit steht im Eisenbahnbetrieb an erster Stelle. Wir werden mit den beteiligten Firmen alles daransetzen, die verbleibenden Arbeiten in Bayern schnellstmöglich zu erledigen.“
Bereits zweite Verzögerung bei Generalsanierungen
Es ist in diesem Jahr die zweite Verspätung bei den sogenannten Generalsanierungen, mit denen die Bahn bis Mitte der 2030er Jahre mehr als 40 wichtige Verkehrskorridore umfassend modernisieren will. Die Strecken werden dafür für mehrere Monate komplett gesperrt. Das Konzept ist bei Wettbewerbern und Teilen der Politik unbeliebt, da es für den Güterverkehr lange Umwege und für Fahrgäste hohe Belastungen bedeutet.
Bereits im Juni ging die Strecke Hamburg-Berlin mit sechswöchiger Verspätung wieder in Betrieb. Grund waren Frostschäden, die Tiefbauarbeiten im Frühjahr verhinderten.
Sanierung Nürnberg-Regensburg seit Februar
Die erste Korridorsanierung in Bayern zwischen Nürnberg und Regensburg läuft seit Februar 2026. Statt viele Einzelbaustellen über einen langen Zeitraum zu planen, sollte die vielbefahrene Strecke während einer fünfmonatigen Vollsperrung umfassend erneuert werden, um langfristig zuverlässigeren Betrieb mit weniger Störungen und Verspätungen zu ermöglichen. Zusätzlich laufen an 20 Halten entlang der Strecke Bauarbeiten.
Zur Halbzeit der Sanierung Ende April hatte die Bahn noch verkündet, die Wiederinbetriebnahme wie geplant am 10. Juli zu schaffen. Nun die erneute Verschiebung.
Andere Korridore pünktlich
Pünktlich in Betrieb geht dagegen an diesem Freitag die Strecke Hagen-Wuppertal-Köln. „Bei der Korridorsanierung Hagen-Wuppertal-Köln und der Qualitätsoffensive Hamburg-Hannover liegen alle Arbeiten im Plan“, teilte die Bahn mit. „Dort enden am Freitagabend die Schienenersatzverkehre im Nahverkehr und teils weiträumige Umleitungen für Fern- und Güterzüge.“



