Schienenmaut für Personennahverkehr steigt um 400 Millionen Euro
Schienenmaut für Nahverkehr steigt um 400 Mio. Euro

400 Millionen Euro Mehrbelastung für den Nahverkehr

Der Personennahverkehr auf der Schiene muss in diesem Jahr mit rund 400 Millionen Euro höheren Trassenpreisen rechnen. Die Bundesnetzagentur genehmigte am Mittwoch die neuen Entgelte, die eine Umverteilung der Kosten bewirken: Während der Nahverkehr stärker belastet wird, werden der Personenfernverkehr und der Güterverkehr in ähnlicher Höhe entlastet.

Hintergrund: EuGH kippt Preisbremse

Die Anpassung folgt einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom März 2026. Die Richter erklärten die bisherige gesetzliche Preisbremse für den Nahverkehr für rechtswidrig. Diese hatte die Kosten für Regionalverkehrsunternehmen gedeckelt, zulasten des Fern- und Güterverkehrs. Der EuGH befand, dass die Berechnung gegen EU-Vorgaben verstoße, da sie zu unflexibel sei. Das Verwaltungsgericht Köln hatte den Fall vorgelegt.

Die Infrastruktursparte der Deutschen Bahn, DB InfraGo, sowie ihre Tochter DB Regionetz Infrastruktur und weitere Beteiligte hatten das Trassenpreissystem für 2025 gerichtlich angefochten. Im konkreten Fall ging es um einen Beschluss der Bundesnetzagentur, die die von den Betreibern beantragten Entgelte genehmigen muss. Gegenüber dem Antrag der Betreiber hatte die Behörde die Nahverkehrsentgelte gesenkt und die für Fern- und Güterverkehr erhöht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Folgen: Höhere Ticketpreise und Angebotskürzungen drohen

Der Regionalverkehr leidet bereits seit Jahren unter stark gestiegenen Energie-, Kraftstoff- und Personalkosten. Die Ticketpreise sind vielerorts deutlich gestiegen, auch das Deutschlandticket-Abo wurde teurer. Sollten Bund und Länder keine Möglichkeit finden, die Mehrkosten abzufedern, drohen laut Branchenexperten weitere Preiserhöhungen und eine Reduzierung des Angebots.

Die Bundesregierung arbeitet generell an einer Reform des Trassenpreissystems. Der Branchenverband Die Güterbahnen kritisierte jedoch: „Es ist unverständlich, dass das Bundesverkehrsministerium bis heute keinen belastbaren Reformvorschlag für eine verlässliche und wettbewerbsfähige Schienenmaut vorgelegt hat.“ Der Beschluss der Bundesnetzagentur korrigiere zwar „einen der gravierendsten Fehler“ im Trassenpreissystem, sei aber „die notwendige Medizin, aber keine Heilung“.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration