Ein syrischer Gastwirt, der das jüdische Leben in Freiburg unterstützt, wird mit Hass und Gewalt konfrontiert. Sein neuer Foodtruck wurde innerhalb von zwei Tagen zweimal angegriffen. Der Staatsschutz ermittelt.
Eröffnung von „Jaffa“ löste Hasswelle aus
Billal Aloge (49), ein aus Syrien stammender Kurde, eröffnete in Freiburg das israelische Restaurant „Jaffa“. Seitdem ist er Anfeindungen ausgesetzt. Bereits nach der Eröffnung gab es einen Shitstorm im Internet, und Unbekannte bewarfen das Lokal mit faulen Eiern. Aloge erstattete Anzeige und hoffte auf Ruhe, doch die Angriffe hörten nicht auf.
Foodtruck im Colombipark attackiert
In der Nacht zu Mittwoch wurde der neue Foodtruck des Restaurants, der erst einen Tag im Colombipark stand, Ziel von Vandalen. Die Täter beschmierten den Truck großflächig mit Farbe, klebten Aufkleber mit der palästinensischen Flagge und anti-jüdischen Sprüchen auf israelische Symbole und traten mit voller Wucht gegen die Tür, sodass eine Delle entstand. Aloge: „Der Foodtruck ist nagelneu. Ich habe ihn für die neue Saison besorgt und liebevoll herrichten lassen.“
Oberbürgermeister reagiert empört
Oberbürgermeister Martin Horn (41, parteilos) verurteilte die Tat scharf: „Für Antisemitismus, antimuslimischen Rassismus oder jede andere Form von Hass und Hetze ist in Freiburg kein Platz.“ Doch die Täter ließen sich nicht abschrecken.
Zweiter Angriff am Freitag
Am Freitagvormittag entdeckten Aloge und seine Frau einen abgeschlagenen Seitenspiegel, als sie den Foodtruck für den Feiertag öffnen wollten. Aloge erstattete erneut Anzeige. Der Gesamtschaden der beiden Attacken wird auf rund 30.000 Euro geschätzt.
Entsetzen bei der Israelitischen Gemeinde
Irina Katz, Vorsitzende der Israelitischen Gemeinde Freiburg, zeigte sich entsetzt: „Der Foodtruck ist die erste koschere Einrichtung außerhalb der Synagoge seit dem Holocaust. Wir sind entsetzt über diese Angriffe.“
Staatsschutz ermittelt
Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen. Ein antisemitischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden, so ein Polizeisprecher. Aloge lässt sich nicht unterkriegen: „Wir bleiben, so lange wir können, und werden uns diesem Terror nicht beugen.“



