Geheimnis um Buckelwal-Aussetzung: Schwere Vorwürfe gegen Retter
Buckelwal-Aussetzung: Schwere Vorwürfe gegen Retter

Die Freilassung des mehrfach an der Ostsee gestrandeten Buckelwals sorgt für heftige Kontroversen. Nachdem das Tier am Wochenende in der Nordsee ausgesetzt wurde, bleibt sein Aufenthaltsort unbekannt. Der GPS-Sender liefert entgegen den Erwartungen keine Positionsdaten, wie Karin Walter-Mommert, eine Geldgeberin der privaten Initiative, mitteilte. Zwar würden Vitalzeichen übertragen, die belegen, dass der Wal noch lebt, doch unabhängige Quellen konnten dies nicht bestätigen. Thilo Maack von Greenpeace wies darauf hin, dass GPS-Tracker keine Vitaldaten erfassen oder übermitteln.

Keine Bilder oder Videos von der Freisetzung

Die genauen Umstände der Aussetzung bleiben im Dunkeln. Weder gibt es öffentlich zugängliche Aufnahmen noch detaillierte Angaben zum Zustand des Wales. Experten hatten die Überlebenschancen des geschwächten Tieres als äußerst gering eingeschätzt. Sollte der Wal verenden, würde der Kadaver aufgrund des Wasserdrucks in tieferen Gewässern wahrscheinlich nicht an die Oberfläche treiben, es sei denn, er gelangt in Küstennähe.

Vorwürfe der Geldgeber

Die Geldgeber Walter Gunz und Karin Walter-Mommert distanzierten sich ausdrücklich von der Art und Weise der Freilassung. Sie erklärten, dass die Initiative nicht an der Aussetzung beteiligt gewesen sei und diese auch nicht aktiv begleitet habe. Vielmehr hätten die Crewmitglieder der gecharterten Schiffe den Wal abgesetzt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus kritisierte, dass entgegen der Vereinbarung kein Videosystem auf der Barge installiert wurde, um den Wal zu überwachen.

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Abweichende Angaben und Risiken

Jeffrey Foster vom Whale Sanctuary Project, der als einziger Experte an Bord war, teilte mit, dass seine Teammitglieder nicht noch einmal auf die Barge gelassen wurden, um den Gesundheitszustand des Wales zu überprüfen. Unklar bleibt, wie der zwölf Meter lange Buckelwal von Bord gebracht wurde und ob er dabei Verletzungen erlitt. Aufnahmen vom Vortag zeigten den Wal mit einem Seil an der Fluke, was laut Meeresbiologe Fabian Ritter gegen jede Regel verstößt: Die Schwanzflosse sei nur über Bindegewebe verbunden und könne leicht schwer verletzt werden.

Die Bereederungsgesellschaft des Begleitschiffs „Robin Hood“ hingegen bezeichnete die Freisetzung als erfolgreich und in Abstimmung mit Foster erfolgt. Der Wal sei zuvor durch Seegang wiederholt gegen die Wände der Barge gestoßen. Trotz starken Wellengangs war das Tier im Lastkahn geblieben, was Ritter als Zeichen extremer Entkräftung wertete. Auf Drohnenbildern war am Samstag kurz ein schwimmender Wal zu sehen, jedoch ließ sich nicht bestätigen, ob es sich um das freigelassene Tier handelte.

Ungewisse Zukunft

Der Buckelwal wurde in einer der meistbefahrenen Schiffsrouten Europas ausgesetzt. Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation betont, dass man erst von einer Rettung sprechen könne, wenn der Wal den Nordatlantik erreicht, eigenständig Nahrung sucht und sein natürliches Verhalten zeigt. Ohne Ortsdaten des GPS-Senders droht das Schicksal des Wales jedoch für immer ungeklärt zu bleiben.

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