Eine unabhängige Kommission aus Fachleuten hat die Untersuchung einer mutmaßlichen Vergewaltigung in einem Jugendzentrum im Berliner Bezirk Neukölln aufgenommen. Das teilte das Bezirksamt Neukölln mit. Die Kommission, die bereits angekündigt wurde, soll sexualisierte Gewalt seit Anfang 2025 in dem Jugendclub aufarbeiten. Sie hat Ende April mit ihrer Arbeit begonnen.
Hintergrund des Falls
In dem Neuköllner Jugendclub soll eine 16-Jährige Ende 2025 von Jugendlichen vergewaltigt und später bedrängt worden sein. Die Polizei erfuhr davon erst im Februar 2026, als der Vater des Mädchens Anzeige erstattete. Weder das Jugendzentrum noch das zuständige Jugendamt des Bezirks hatten zuvor Anzeige erstattet. Die Gründe hierfür sind umstritten. Mittlerweile ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zu dem Vorfall.
Erste Ergebnisse im Mai erwartet
Bis Ende Mai sollen erste Ergebnisse der Kommission veröffentlicht werden. Der Abschlussbericht wird für Anfang September erwartet und soll der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Ziel der Kommission ist es, den Sachverhalt aufzuklären und Fehler zu analysieren. Zudem soll sie Empfehlungen für die Zukunft erarbeiten.
Die sechsköpfige Kommission wird von der Psychologin und Psychotherapeutin Elke Nowotny geleitet. Sie war von 1996 bis 2017 Vorstandsvorsitzende des Kinderschutz-Zentrums Berlin und arbeitete auch in der Clearingstelle zu Vorwürfen gegen die Ballettschule und Schule für Artistik Berlin. Weitere Mitglieder sind Vertreter des Kinderschutz-Zentrums und der Senatsverwaltung für Bildung und Jugend sowie eine Rechtsanwältin.
Die Kommission tagt nicht öffentlich und unabhängig vom Bezirksamt Neukölln. Die Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke), die in dem Fall selbst in der Kritik steht, betonte, sie wolle Aufklärung.



