London: Zwei Männer nach antisemitischem Brandanschlag auf jüdischen Rettungsdienst festgenommen
Nach dem als antisemitisch eingestuften Brandanschlag auf einen jüdischen Rettungsdienst in London sind zwei Männer festgenommen worden. Die beiden Verdächtigen im Alter von 47 und 45 Jahren wurden von Beamten der Anti-Terror-Polizei an verschiedenen Adressen in der britischen Hauptstadt aufgespürt, wie Scotland Yard mitteilte. Nähere Angaben zu den beiden Männern machte die Polizei nicht. Festgenommen wurden sie wegen des Verdachts auf Brandstiftung mit der Absicht, Menschenleben zu gefährden.
Brandanschlag in Golders Green
In der Nacht zum Montag hatten mindestens drei Unbekannte vier Krankenwagen des Rettungsdienstes der jüdischen Gemeinde in Golders Green in Brand gesetzt. Die Polizei behandelt den Fall als antisemitisches Hassverbrechen, verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, und die Polizei hat bereits erste Durchsuchungen an den Adressen der Festgenommenen durchgeführt.
Ermittlungen und mögliche Verbindungen
Die Leiterin der Londoner Anti-Terror-Polizei, Helen Flanagan, sprach von einem „Durchbruch in den Ermittlungen“. Allerdings seien die Ermittler sich bewusst, dass Aufnahmen von Überwachungskameras darauf hindeuten, dass mindestens drei Personen an dem Angriff beteiligt waren. Die Polizei prüft auch mögliche Verbindungen zu einer neuen islamistischen Gruppierung.
Auf der Plattform Telegram soll die Gruppe Harakat Ashab al-Jamin al-Islamia ein Bekennervideo veröffentlicht haben, dessen Authentizität bislang nicht bestätigt ist. Der Chef der Metropolitan Police, Mark Rowley, sagte laut der Nachrichtenagentur PA, die Gruppe habe sich zu weiteren Anschlägen in Europa bekannt und möglicherweise Verbindungen zum iranischen Staat. Die Ermittlungen zu diesen möglichen Verbindungen sind noch im Gange.
Der Vorfall hat in der jüdischen Gemeinde und darüber hinaus für große Besorgnis gesorgt. Die Polizei betont, dass sie alle Hinweise ernst nimmt und weiterhin intensiv ermittelt, um alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen und weitere Vorfälle zu verhindern.



