Mordprozess nach tödlichem Brand in Berlin-Marzahn: Angeklagter kündigt Aussage an
Mordprozess nach Brand in Berlin: Angeklagter will aussagen

Mordprozess nach verheerendem Brand mit zwei Toten in Berlin-Marzahn

Ein 28-jähriger Mann muss sich vor dem Berliner Landgericht wegen eines tödlichen Brands verantworten, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Der Angeklagte, der wie die Opfer aus Polen stammt, steht unter dem dringenden Verdacht, in der Nacht zum 28. September 2025 in einer Doppelhaushälfte im Ortsteil Marzahn ein Feuer gelegt zu haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm zweifachen Mord und vierfachen Mordversuch vor.

Anklage: Feuerlegung aus Rache nach Küchenstreit

Laut den Ermittlungen soll der Streit in der Küche beim Kochen begonnen haben, wobei die genauen Hintergründe noch unklar sind. Der Staatsanwalt erklärte, der Angeklagte habe sich an einem Mitbewohner rächen wollen und dabei „mindestens billigend in Kauf genommen“, dass alle sechs Bewohner des Hauses sterben könnten. Gegen 2.35 Uhr soll er im Erdgeschoss das Feuer gelegt haben, während er annahm, dass die anderen Männer in den Obergeschossen schliefen – teilweise unter Alkoholeinfluss.

Flucht und Rettung: Dramatische Szenen in der Brandnacht

Der Angeklagte packte nach der Tat angeblich mit einem Tuch vor Mund und Nase seine persönlichen Sachen zusammen. Ein aufgewachter Mitbewohner bemerkte den Brandgeruch und versuchte, die Schlafenden zu wecken. Anwohner alarmierten daraufhin die Feuerwehr. Vier der Bewohner konnten sich über ein Fenster im ersten Obergeschoss retten, erlitten dabei jedoch teils erhebliche Verletzungen. Ein Mann musste aufgrund schwerer Verbrennungen in ein künstliches Koma versetzt werden.

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Opfer und Festnahme: Zwei Tote und internationale Fahndung

In der ausgebrannten Doppelhaushälfte wurden zwei Männer im Alter von 23 und 38 Jahren tot aufgefunden. Der Angeklagte wurde wenige Tage nach dem Brand in Polen festgenommen und später nach Deutschland ausgeliefert. Die Verteidigerin kündigte an, dass ihr Mandant am zweiten Verhandlungstag, dem 12. Februar, eine Aussage machen wird. Bislang sind für den Prozess sechs weitere Verhandlungstage bis zum 24. März vorgesehen.

Hintergrund: Unterkunft für Arbeiter und Ermittlungsergebnisse

Die Doppelhaushälfte diente als Unterkunft für sieben Arbeiter, die alle aus Polen stammten. Die Ermittler gehen von einem vorsätzlichen Verbrechen aus, wobei die genaue Motivation noch im Fokus der Verhandlung steht. Der Fall wirft Fragen nach den Lebensbedingungen in solchen Unterkünften und den sozialen Spannungen auf, die zu solch tragischen Ereignissen führen können.

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