Prozess um Tod am Großglockner: Bergsteiger soll auch Ex-Freundin im Stich gelassen haben
Prozess um Großglockner-Tod: Bergsteiger soll Ex-Freundin zurückgelassen haben

Prozess um tragischen Tod am Großglockner: Neue Vorwürfe gegen Bergsteiger

Seit Donnerstag steht der 37-jährige Thomas P. vor dem Gericht in Innsbruck, wo er sich für den Tod seiner Freundin Kerstin G. verantworten muss. Die 33-Jährige erfror am 18. Januar 2025 während einer gemeinsamen Tour auf den Großglockner, den mit 3798 Metern höchsten Berg Österreichs. Laut Anklage ließ der erfahrene Bergsteiger seine Partnerin zurück, als ihre Kräfte versagten.

Brief enthüllt früheres Vorfall mit Ex-Freundin

Im Prozess wurde am Mittag der Bruder des Angeklagten befragt, wobei ein Brief verlesen wurde, den dieser von einer Ex-Freundin von Thomas P. erhalten haben soll. Darin schreibt die Frau, dass Thomas P. sie „in einer Notlage zurückgelassen“ habe, als sie gemeinsam im Winter am Großglockner unterwegs waren. Der Richter fragte den Zeugen, ob er von einem heftigen Streit zwischen seinem Bruder und der Ex-Freundin während dieser Tour wusste.

Laut dem Brief beklagte sich die Ex-Freundin damals über die Schwierigkeit der Route, und mitten in der Nacht soll Thomas P. sie allein am Berg zurückgelassen haben. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, dass sein Bruder so etwas tue, antwortete der Zeuge: „Ich habe ihn nie in solchen Situationen erlebt.“

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Staatsanwaltschaft wirft schwere Fehler vor

Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen Thomas P. Sie wirft ihm vor, die mangelnde Erfahrung seiner Freundin Kerstin G. nicht berücksichtigt und nicht für die erforderliche Ausrüstung gesorgt zu haben. Zudem habe er nicht rechtzeitig am letzten möglichen Umkehrpunkt kehrtgemacht, obwohl starker Wind mit bis zu 74 km/h die gefühlte Temperatur auf minus 20 Grad Celsius gedrückt habe.

Thomas P. weist die Anschuldigungen zurück und beschreibt Kerstin G. als „sehr konditionsstark“. Die Tour begann am Unglückstag gegen 6.45 Uhr, doch Kerstin G. kehrte nicht mehr lebend zurück. Wie es genau zu dem Todesdrama kam, soll nun das Gericht klären, während der Prozess weiter andauert.

Hintergrund und aktuelle Entwicklungen

Der Fall hat in Österreich und darüber hinaus für Aufsehen gesorgt, da er Fragen zur Verantwortung von Bergführern und Partnern bei extremen Touren aufwirft. Die Ermittlungen deuten auf ein Muster hin, nachdem nun auch die Ex-Freundin ähnliche Vorwürfe erhebt. Experten betonen die Bedeutung von angemessener Vorbereitung und Ausrüstung bei solchen Unternehmungen.

Der Prozess in Innsbruck wird voraussichtlich noch mehrere Tage dauern, während Zeugen und Sachverständige gehört werden. Die Öffentlichkeit verfolgt die Verhandlungen mit großer Anteilnahme, insbesondere im Hinblick auf die Sicherheit im Bergsport.

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