Partnersuche endet für Seniorin in einer Flut obszöner Sexnachrichten
Eine lebenslustige Seniorin aus der Uckermark hatte ihr Glück in einer Kontaktanzeige gesucht. Was sie fand, war ein Mann, der zu ihrem Leidwesen sehr schnell seinen wahren Charakter offenbarte und sie über Monate hinweg mit einer Flut obszöner Sexnachrichten quälte.
Hoffnung auf gemeinsame Erlebnisse zerstört
Alles begann mit einer Kontaktanzeige in einer Zeitung. Maria (Name geändert), eine alleinstehende Seniorin, suchte nach einem Partner für gemeinsame Aktivitäten. „Ich wollte einen Mann kennenlernen, mit dem ich mich treffen kann, mit dem ich reisen oder mit dem ich tanzen kann“, erzählte die lebensfrohe Frau unserer Redaktion. Am 16. August 2025 reagierte sie auf eine Anzeige eines Mannes, der ähnliche Interessen zu haben schien.
Zunächst verlief der Kontakt vielversprechend. „Der Mann machte mir Komplimente“, berichtete Maria. Beim ersten Treffen unterhielt sie sich vernünftig mit dem 56-Jährigen aus einem Nachbar-Landkreis und betonte dabei ihre Werte von Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Doch nach drei Wochen änderte sich die Situation schlagartig.
Wahres Wesen offenbart sich in vulgären Nachrichten
„Ich bekam von ihm eine SMS auf mein Handy mit eindeutig sexuellen Inhalten“, schilderte Maria den Beginn ihrer Qual. Die Nachricht war in einer vulgären und obszönen Sprache verfasst und ließ die Seniorin schockiert zurück. Doch dies war erst der Anfang einer monatelangen Belästigung.
Bei weiteren Besuchen musste Maria feststellen, dass es dem Mann offenbar nur um sexuelle Kontakte ging. Dies bestätigte sich in einer fast täglichen Flut an Nachrichten, mit denen er sie bombardierte. Trotz mehrfacher Aufforderungen, diese unerwünschten Kontakte einzustellen, setzte der Mann seine Belästigung fort.
Psychische Belastung und schwierige Entscheidung
Die Seniorin geriet in einen emotionalen Ausnahmezustand. Sie fühlte sich zutiefst beschämt und verletzt, stellte sich immer wieder die Frage, warum ausgerechnet sie an einen solchen Mann geraten war. Die Gedanken hielten sie nachts wach und beeinträchtigten ihre Lebensqualität erheblich.
Erst nach langer Zeit überwand Maria ihre Scham und vertraute sich ihrer Familie und Arbeitskollegen an. Vor allem ihre Familie bestärkte sie darin, den Peiniger bei der Polizei anzuzeigen. Im Oktober 2025 konnte sie sich schließlich zu diesem Schritt durchringen.
Dreifache Anzeige bei der Polizei
Bis ins neue Jahr hinein sah sich die Seniorin den unerwünschten Nachrichten ausgesetzt. Dies führte dazu, dass sie am 4. Januar 2026 eine zweite Anzeige gegen den Mann bei der Polizei erstattete. Eine dritte Anzeige folgte am 23. Januar. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage unserer Redaktion den Eingang der Anzeigen und teilte mit, dass die Ermittlungen dazu laufen.
Möglicherweise haben diese Ermittlungen bereits Wirkung gezeigt. Maria hat inzwischen, nicht zuletzt auf Rat ihrer Familie, ihre Telefonnummer gewechselt. Kurz zuvor hatte sie noch eine letzte Nachricht von dem Mann erhalten, die sie mit einer gewissen Erleichterung aufnahm. Darin erklärte er, den Kontakt zu ihr einzustellen, mit der Begründung, dass sie ihm nicht geben könne, was er haben möchte.
Appell an andere Betroffene
Die Seniorin befürchtet, dass sie nicht die einzige Frau ist, die sexuelle Belästigungen dieser Art erleben musste. Rückblickend kann sie Betroffene nur dazu ermutigen, falsche Scham schnell zu überwinden und viel früher, als sie es getan hat, die Polizei zu informieren. „Man sollte sich nicht scheuen, Hilfe zu suchen und rechtliche Schritte einzuleiten“, betont Maria nach ihren schmerzhaften Erfahrungen.
Der Fall zeigt deutlich, wie vermeintlich harmlose Kontaktanzeigen zu traumatischen Erlebnissen führen können und wie wichtig es ist, bei sexueller Belästigung frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.



